Pril-Blumen, Disco-Fieber und Sommer-Abenteuer: Der Heidelberger Ferienpass wird 50

„Back to the 70s“: Rund 150 Ferienangebote für Kinder und Jugendliche – Onlineportal öffnet am 15. Juni

Pril-Blumen auf der Küchenfliese, Schlaghosen im Klassenzimmer, Rollschuhe auf dem Disco-Floor: Die 70er Jahre feiern 2026 beim Heidelberger Ferienpass ihr Comeback. Zum 50. Geburtstag des Ferienangebots der Stadt Heidelberg sind Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren in diesem Sommer zu einer Zeitreise eingeladen. Unter dem Motto „Back to the 70s“ präsentiert das Ferienpass-Team rund 150 Veranstaltungen. Das Jubiläumsprogramm verbindet Retro-Highlights wie Rollschuhdisco, Analog-Fotografie oder Batikmode mit neuen Trends wie Drohnenflug, E-Sport oder Minecraft-Weltenbau. Das Ferienpass-Onlineportal öffnet am Montag, 15. Juni 2026.

Teilnehmende Gäste mit einem orangeroten Opel Manta.
Der Heidelberger Ferienpass feiert 50. Geburtstag im Look der 70er. Baujahr 1976 ist auch der orangerote Opel Manta, um den sich als Geburtstagsgäste Oberbürgermeister Eckart Würzner (1.v.r.) und Bürgermeisterin Stefanie Jansen (2.v.r.) mit den „Zeitzeugen“ Aline Moser (1.v.l.), Alexander Espen-Zobeley (5.v.l.) und Toni L. (7.v.l.) gruppiert haben. (Foto: Philipp Rothe)

„Der Ferienpass ist in Heidelberg seit 50 Jahren ein Sommerhighlight und Dauerbrenner für alle Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Gerade in Zeiten, in denen Familien gute und bezahlbare Freizeitangebote suchen, ist der Ferienpass wichtiger denn je“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner. Zusammen mit Bürgermeisterin Stefanie Jansen und dem Ferienpass-Team präsentierte er am Mittwoch, 10. Juni 2026, in der Plöck 2a das Jubiläumsprogramm.

Ausstellung zeigt Ferienpass-Geschichte in der Plöck 2a

Seit 1976 gehört der Ferienpass fest zu den Sommerferien in Heidelberg. Ausgegeben wurde der erste Pass schon damals in der Plöck 2a. Genau dort erinnert heute eine Ausstellung im Treppenhaus der Kinder-, Jugend- und Familienförderung an fünf Jahrzehnte Feriengeschichte. Mehr als 42.000 Mal wurde der Ferienpass seither verkauft, die Nachfrage steigt weiter: 2025 wurden mit 1.848 ausgestellten Pässen alle bisherigen Rekorde übertroffen.

Schwarz-weiß Fotografie der Ferienpassausgabe.
Ferienpassausgabe in den 70er Jahren in der Plöck2a: An digitale Ausweise auf dem Smartphone dachte da noch niemand. (Foto: Unbekannt)

Ein generationenverbindendes Erlebnis

„Der Ferienpass verbindet Generationen. Viele Eltern erinnern sich noch an ihre eigenen Ferienpass-Erlebnisse und heute entdecken ihre Kinder neue Abenteuer“, sagte Bürgermeisterin Stefanie Jansen. So zum Beispiel Aline Moser. Die Referentin des Heidelberger Oberbürgermeisters war in den späten Siebziger Jahren selbst Ferienpass-Kind. Heute ist ihre Tochter begeisterte Teilnehmerin. Oder die Heidelberger Hip-Hop-Legende Toni L. Sein Ferienpass von 1979 mit einem Foto des damals Neunjährigen ist in der Ausstellung zu sehen. Manches ehemalige Ferienpass-Kind ist später sogar Teil des Teams geworden: Der 35-jährige Lehrer Alexander Espe-Zobeley war noch zehn Jahre lang nach seiner eigenen Ferienpass-Zeit engagierter Helfer beim Sommerprogramm.

Von Rollschuhdisco bis Drohnenflug

Ganz ohne zusätzliche finanzielle Mittel hat das Ferienpass-Team der Kinder-, Jugend- und Familienförderung der Stadt Heidelberg zum Jubiläum gemeinsam mit langjährigen Partnerinnen und Partnern ein besonders kreatives Programm zusammengestellt, eine ganz besondere Mischung aus Retro-Charme, Bewegung, Kultur und neuen Trends.

Der Ferienpass von Toni L.
War 1979 stolzer Ferienpass-Inhaber: Heidelbergs Hip-Hop-Legende Toni L. (Foto: Stadt Heidelberg)

Flower-Power, knallige Farben, Discomusik: Das Lebensgefühl der 70er-Jahre spiegelt sich im Jubiläumsprogramm wider: Kinder und Jugendliche können Disco-Tanz-Moves lernen, analoge Fotografie ausprobieren oder eigene Mode im Retro-Stil nähen und batiken. Beim Detektivspiel „Mr. X“ geht es – wie schon in den 70er Jahren – quer durch Heidelberg auf Verfolgungsjagd. Das dreitägige Ferien-Film-Festival des Gloria-Kinos bringt Filmklassiker und Kinoatmosphäre vergangener Jahrzehnte zurück auf die Leinwand. Daneben bietet der Ferienpass zahlreiche neue Highlights: Drohnenfliegen, Drachenbootfahren, Padel-Tennis, E-Sport, Stadtteil-Fahrradtouren oder Hundeführerschein-Erwerb. Dazu kommen die beliebten Dauerbrenner aus Sport, Theater, Musik, Natur und Technik.

Freier und vergünstigter Eintritt mit dem Ferienpass

Auch ohne gebuchte Veranstaltungen lohnt sich der Ferienpass: Während der gesamten Sommerferien erhalten Kinder und Jugendliche freien Eintritt in das Tiergarten- und Köpfelbad und in den Zoo sowie Vergünstigungen bei weiteren Freizeitangeboten.

Online-Registrierung und Auswahl von Veranstaltungen vom 15. Juni bis 19. Juli

Der Ferienpass kostet elf Euro. Für Kinder und Jugendliche mit Heidelberg-Pass oder Heidelberg-Pass+ ist er kostenlos. Für Teilnehmende mit Behinderung können über die Lebenshilfe Assistenzbegleitungen organisiert werden. Die Kosten dafür übernimmt die Stadt Heidelberg.

Kinder in der Stadthalle.
Die sanierte Stadthalle brachte schon 1979 Ferienpasskinder zum Staunen. (Foto: Hans Speck)

Auch wenn sich der Ferienpass in diesem Jahr im Retro-Design präsentiert, ist das Anmeldeprocedere heute deutlich moderner, unkomplizierter und bei Bedarf auch mehrsprachig erklärt. Familien können sich ab Montag, 15. Juni 2026, unter www.unser-ferienprogramm.de/heidelberg registrieren, den Pass kaufen und aus rund 150 Angeboten auswählen.

Die Vergabe der Plätze erfolgt fair über ein automatisiertes Losverfahren. Geschwister oder Freundinnen und Freunde können gemeinsam berücksichtigt werden. Freie Restplätze lassen sich nach der Verlosung ab 23. Juli 2026 und während der gesamten Ferien bequem bis kurz vor Veranstaltungsbeginn online nachbuchen.

Der Pass kann zuhause ausgedruckt oder per Web-App aufs Handy geladen werden, ein Foto wird vom PC oder über die Handykamera eingefügt. Die Bezahlung ist online per Paypal, Kreditkarte oder Giropay möglich, wer lieber bar zahlen möchte, kann die Ferienpass-Öffnungszeiten in der Plöck 2a nutzen.

Persönliche Beratung vor Ort und telefonisch

Wer Unterstützung bei der Anmeldung benötigt oder sich persönlich beraten lassen möchte, kann ab 15. Juni die Ferienpass-Sprechzeiten in der Plöck 2a nutzen. Außerdem beantwortet das Ferienpassteam am Infotelefon unter 06221 58-38310 montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr Fragen rund um Anmeldung und Angebote.

Detaillierte Informationen zum Anmeldeprocedere gibt es auch unter www.unser-ferienprogramm.de/heidelberg.

Alltime-Favorites aus 50 Jahren Heidelberger Ferienpass:

  1. Reiten
  2. Segeln
  3. Schwimmen
  4. Jugendhof
  5. Zooangebote
  6. Paddeln
  7. Feuerwehr
  8. Kochen („Feriendinner“)
  9. Zirkusakrobatik
  10. Arbeiten mit Ton

Retro-Angebote des Ferienpasses 2026:

Kinder an Schreibmaschinen.
Laptop? Fehlanzeige! Schreibmaschine war beim Ferienpass-Programm in den 70er Jahren angesagt. (Foto: Elfriede Winterer)
  • Flower Power Blumen filzen
  • Back to the 70s – Nähen und Batiken
  • Ferien-Filmfestival mit Filmklassikern von früher
  • „Let’s get groovy“ – Rollerdisco: Coole Moves im Retro-Outfit
  • 70er-Disco-Tanz
  • Analoge Portrait-Fotografie – bunte Motive, Boho-Ästhetik und Lichtsetzung wie früher
  • Körbeflechten: Trendhobby der 70er-Jahre

Angebote aus dem ersten Ferienpass-Programm 1976, die 2026 noch immer oder wieder im Programm sind:

  • Besuch bei der Feuerwehr
  • Besuch der Sternwarte (heute kombiniert mit dem modernen Haus der Astronomie)
  • Reiten
  • Kreativangebote im Kurpfälzisches Museum
  • Zooführungen
  • Angebote im Völkerkundemuseum
  • Schwimmen
  • Märchenerzähler (früher Vorlesestunden)
  • Ferienkino
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • Apothekenmuseum
  • Ferien-Reportage (heute Ferienreporter/innen in Zusammenarbeit mit der RNZ)
  • Gestalten mit Ton
  • Stadtbüchereibesuch
  • Basketball
  • Heidelberg mit dem Rad entdecken
  • Fußball
  • X-Suchspiel

Fotos zum Download

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