Schulsozialarbeit bleibt als wichtiges Angebot an allen öffentlichen Schulen erhalten
Stellenanteile künftig an Belastungslagen orientiert – Jugendhilfeausschuss stimmt für Kennzahlenindex
Die Stellenanteile für die Schulsozialarbeit an allen 34 öffentlichen Heidelberger Schulen sollen künftig nach einem transparenten Kennzahlenindex festgelegt werden. Das hat der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 9. Juni 2026, einstimmig beschlossen. Der Index berücksichtigt stadtteilbezogene Sozialraumdaten, schulbezogene Daten und Daten aus dem Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit. „Die Schulsozialarbeit bleibt auch in finanziell schwierigen Zeiten ein wichtiges präventives Angebot, das wir an allen Heidelberger Schulen erhalten wollen. Mit seinem Beschluss hat der Jugendhilfeausschuss die Weichen dafür gestellt, dass wir diese sozialpädagogische Ressource künftig anhand einer klaren Systematik neu auf die Schulstandorte mit ihren unterschiedlichen Belastungen verteilen können“, sagt Bürgermeisterin Stefanie Jansen.
Die bisherige Verteilung der Stellenanteile bei der Schulsozialarbeit orientiert sich vorrangig an der Schulform, teilweise ohne Differenzierung zwischen einzelnen Schulstandorten. Künftig soll es diese Differenzierung geben. Der Index liefert dafür einen nach wissenschaftlichen Standards entwickelten Kriterienkatalog.
Als eines der wenigen Angebote der strukturellen Kinder- und Jugendhilfe war die Schulsozialarbeit bei den Beschlüssen zum aktuellen Doppelhaushalt von pauschalen Einsparungen und Streichungen ausgenommen worden. Trotz einer zusätzlichen Aufstockung der Mittel um 150.000 Euro im Nachtragshaushalt bedeutet das wegen der Tariferhöhungen faktisch jedoch, dass die Stadt künftig 30 und nicht wie bisher 31,75 Stellen finanzieren kann. Die Stellenanteile an den Schulen müssen deshalb zwar neu angepasst werden, Schulsozialarbeit wird es als Angebot mit unterschiedlichen Stellenanteilen aber weiterhin an jeder der 34 öffentlichen Heidelberger Schulen geben.
Der neu entwickelte Index lässt einen Blick spezifisch auf die Belastungslagen der Schulsozialarbeit an jedem Schulstandort zu. Demnach wird neun Schulen künftig ein höherer Stellenanteil zugeordnet, 13 der gleiche wie bisher und 13 weiteren ein geringerer Stellenanteil als heute. Dort wo Stellen reduziert werden sollen, erfolgt die Anpassung sozialverträglich, sprich: Stellen werden erst dann auf die vorgesehene Zahl angepasst, wenn Mitarbeitende eigeninitiativ beispielsweise den Umfang ihrer Arbeitszeit verändern oder die Stelle wechseln.
2,7 Millionen Euro für die Schulsozialarbeit
Schulsozialarbeit wurde 2002 in Heidelberg eingeführt und schrittweise auf alle öffentlichen Schulen ausgeweitet. Die Stadt investiert für die Schulsozialarbeit aktuell jährlich rund 2,7 Millionen Euro, rund 500.000 Euro davon stammen aus Landesmitteln des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat. Im Auftrag der Stadt arbeiten derzeit 42 pädagogische Fachkräfte von sieben freien Jugendhilfeträgern an 34 Schulstandorten.