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Ziegelhäuser Brücke: Voruntersuchungen laufen im Zuge der Ersatzneubau-Planung

Kernbohrungen an Pfeiler und im Neckarboden von schwimmender Plattform

Eine schwimmende Plattform liegt derzeit am Pfeiler der Ziegelhäuser Brücke hin zum Stadtteil Ziegelhausen. Von dieser werden der Pfeiler, der Neckarboden und der darunter liegende Felsen seit Ende Juni 2026 genau untersucht. Der Grund: Die beiden Pfeiler im Neckar sollen möglichst erhalten bleiben, um den neuen Brückenüberbau der Ziegelhäuser Brücke zu tragen. Ob das im Zuge der weiteren Planung so umgesetzt werden kann, sollen die nun stattfinden Voruntersuchungen über die Zusammensetzung, die Materialeigenschaften und den Zustand des Fundaments und Pfeilerschaftes zeigen.

Rund 70 Jahre sind die beiden Brückenpfeiler alt. Sie bestehen überwiegend aus Beton, der im Zuge der Jahrzehnte seine Festigkeit verändern kann. Um die Qualität des Betons anhand von Bohrkernen zu prüfen, hat die von der Stadt Heidelberg beauftragte Firma acht rund 1,50 Meter tiefe Bohrlöcher waagerecht in den Pfeiler gesetzt – zu sehen auch vom Neckarufer direkt unter der Brücke auf Ziegelhäuser Seite.

Ziegelhäuserbrücke
Derzeit wird der Pfeiler auf Ziegelhäuser Seite untersucht. Die Pfeiler sollen möglichst erhalten bleiben. (Foto: Stadt Heidelberg)

Prüfung der Dichte und Bodenschichten

In das Fundament und in den Neckarboden werden auf allen Seiten des Pfeilers senkrecht je vier Bohrlöcher gesetzt, die bis zu 20 Meter in die Tiefe reichen. Durch diese Bohrlöcher, die mit einem Kunststoffrohr befestigt werden, wird eine Sonde in den Neckarboden gelassen, die Signale tief ins Erdreich schickt, nach unten, aber auch zu den Seiten hin zu den benachbarten Bohrlöchern. Bei der sogenannten Cross-Hole-Messung wird dabei auch der Bereich zwischen den Bohrlöchern untersucht. Es geht dabei unter anderem um die Dichte und Druckfestigkeit des Bodens sowie um die Abfolge der Gesteinsschichten und die Lage des Fundaments. Je dichter der Boden, desto besser kann er die Lasten aufnehmen.

Probenanalyse bis Ende 2026

Die Proben werden im Anschluss sorgfältig im Labor analysiert. Da beide Pfeiler baugleich sind, können die Ergebnisse zur Betonqualität auf den Pfeiler auf Schlierbacher Seite übertragen werden. Mit den Ergebnissen rechnet die Stadt Heidelberg zum Ende des Jahres 2026.

Hintergrund: Ersatzneubau

Die Ziegelhäuser Brücke, eine zentrale Verbindung über den Neckar zwischen Ziegelhausen und Schlierbach, kann nur noch bis zum Jahresende 2029 genutzt werden. Dann muss die rund 70 Jahre alte Spannbetonbrücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Hintergrund ist der schlechte bauliche Zustand: statische Nachrechnungen, Materialuntersuchungen und regelmäßige Prüfungen haben gezeigt, dass die Brücke zahlreiche Mängel aufweist, die ihre langfristige Standsicherheit beeinträchtigen.

Seit Mitte 2022 führt die Stadt Heidelberg umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen durch, um die eingeschränkte Nutzbarkeit der Brücke bis zum geplanten Ersatzneubau zu sichern. Die Brücke wird dauerhaft über zwei Monitoring-Programme mittels Sensoren an der Brücke überwacht. Dazu gehören das im Jahr 2020 angebrachte Rissmonitoring und das im April 2025 installierte Schallemissionsmonitoring zur Ermittlung von Spanndrahtbrüchen. Bereits seit März 2020 gilt ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (Ausnahmen für Busse und Rettungsfahrzeuge) sowie Tempo 30. Ein stationärer Blitzer überwacht die Einhaltung der Vorgaben.

Weitere Informationen gibt es online unter www.heidelberg.de/ziegelhaeuserbruecke.

Foto zum Download

(Erstellt am 14. Juli 2026)

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