Energiebedarf städtischer Gebäude in Heidelberg seit 1993 um rund 65 Prozent gesunken
Energiebericht 2025: Eigenerzeugung deckt knapp die Hälfte des Strombedarfs
Der Energieverbrauch der städtischen Gebäude liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau der frühen 1990er-Jahre. Das geht aus dem Energiebericht 2025 hervor, der am Mittwoch, 23. September 2026, im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität vorgestellt wurde. 2025 wurden insgesamt rund 43,2 Millionen Kilowattstunden verbraucht. Gegenüber 1993 ist das ein Rückgang um rund 65 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verbrauch um rund fünf Prozent gestiegen. Solche Schwankungen von Jahr zu Jahr sind üblich. Einfluss haben unter anderem die Witterung, eine veränderte Nutzung der Gebäude und das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer. Beim Stromverbrauch kommt die zunehmende technische Ausstattung hinzu – insbesondere im IT-Bereich. Auch Lüftungsanlagen und künftig verstärkt Wärmepumpen benötigen Strom, können aber den Wärmeverbrauch beziehungsweise den Einsatz fossiler Energieträger senken.
Knapp die Hälfte des Strombedarfs aus eigener Erzeugung gedeckt
Rund 7.000 Megawattstunden des Stromverbrauchs der städtischen Gebäude wurden 2025 durch Strom aus dem Eigenbedarfs-Blockheizkraftwerk (BHKW) und aus Photovoltaikanlagen auf städtischen Liegenschaften gedeckt. Rund 5.800 Megawattstunden wurden im BHKW erzeugt, weitere 1.200 Megawattstunden durch die PV-Anlagen. Ohne die Straßenbeleuchtung entspricht das 48 Prozent des Stromverbrauchs der städtischen Liegenschaften.
Auf städtischen Gebäuden sind derzeit 56 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 4,3 Megawattpeak in Betrieb. 2025 kamen Anlagen auf der Geschwister-Scholl-Schule und auf einer Lagehalle der Feuerwehr-Hauptwache hinzu. Insgesamt haben die PV-Anlagen auf kommunalen Gebäuden in den vergangenen fünf Jahren rechnerisch rund 8.200 Tonnen CO<sub>2</sub> vermieden. Das entspricht den Treibhausgasemissionen von etwa 4.000 durchschnittlich genutzten Pkw.
Gebäudebestand bleibt im Blick
Deutlich gesunken sind über die vergangenen Jahre auch die CO<sub>2</sub>-Emissionen der rund 100 besonders energieintensiven Gebäuden, die über das städtische Energiecontrolling erfasst werden. Sie gingen von rund 9.360 Tonnen im Jahr 2021 auf rund 7.760 Tonnen 2025 zurück. Gegenüber 2024 blieb der Wert nahezu unverändert.
Für die weitere Entwicklung rückt vor allem der Gebäudebestand in den Fokus. Eine wichtige Rolle spielen die Umstellung der Wärmeversorgung auf Fernwärme oder Wärmepumpen, der weitere Ausbau der Photovoltaik und die energetische Sanierung von Gebäuden mit vergleichsweise hohem Verbrauch. Der Energiebericht weist zugleich darauf hin, dass dafür in den kommenden Haushalten entsprechende Mittel erforderlich sind. Der Energiebericht 2025 ist abrufbar im Gremieninformationssystem der Stadt Heidelberg unter www.heidelberg.de/gemeinderat > Kalender: Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität am 23. September 2026 > Tagesordnungspunkt 2.2.
