Großübung im Schlossbergtunnel und am UKHD am Donnerstag, 8. Oktober
Tunnelsperrung von 17 bis 23 Uhr / Erhöhtes Aufkommen von Einsatz- und Rettungsfahrzeugen
Ein schwerer Verkehrsunfall im Schlossbergtunnel in der Heidelberger Altstadt mit mehreren brennenden Fahrzeugen, vielen Verletzten und dichtem Rauch bildet am Donnerstagabend, 8. Oktober 2026, das Ausgangsszenario für eine großangelegte Übung der Feuerwehr Heidelberg mit Rettungsdiensten, dem Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), dem St. Josefskrankenhaus Heidelberg und weiteren Einrichtungen mit insgesamt rund 200 Beteiligten. Der Schlossbergtunnel wird aufgrund der Übung am 8. Oktober von 17 Uhr bis voraussichtlich 23 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Umleitungen über Sofienstraße und B 37/Neckarstaden sind ausgeschildert. Auch im öffentlichen Nahverkehr kommt es in diesem Zeitraum zu Umleitungen (aktuelle Infos auf der rnv-Start.Info-App und unter www.rnv-online.de). Ab circa 18 Uhr ist aufgrund der Übung ein erhöhtes Aufkommen von Feuerwehr- und sonstigen Rettungsfahrzeugen im gesamten Stadtgebiet zu erwarten, insbesondere in der Altstadt sowie im Bereich der Chirurgie Im Neuenheimer Feld.
Überarbeitetes Tunnelbrandbekämpfungskonzept wird getestet
Tunnelbrände stellen für die Feuerwehr und für Krankenhäuser eine besondere Herausforderung dar: Starke Hitze- und Rauchentwicklung erschweren das schnelle Erreichen der Brandstelle, Fahrzeuge müssen auf Verletzte abgesucht und Personen schnellstmöglich aus dem Tunnel gerettet werden. In den Krankenhäusern müssen in sehr kurzer Zeit viele Betroffene notfallmedizinisch versorgt werden. Um auf solche Situationen besser vorbereitet zu sein, hat die Feuerwehr Heidelberg ihre Einsatzplanungen umfassend überarbeitet und den aktuellen Einsatztaktiken angepasst. Hierzu wurden auch Einsatzkräfte an der renommierten International Fire Academy im schweizerischen Balsthal theoretisch und vor allem im praktischen Vorgehen in Tunnelanlagen geschult und haben dieses Wissen intern als Multiplikatoren weitergebeben.
Einsatzszenario mit vielen Aufgaben
Mit der nun stattfindenden Großübung werden diese Vorarbeiten zusammengeführt und unter einem einsatzrealistischen Szenario beübt: Ein Feuersimulator stellt ein brennendes Fahrzeug dar, leistungsstarke Rauchgeneratoren sorgen für einen realistischen Brandrauch im Tunnel. Übungsdarstellerinnen und -darsteller simulieren flüchtende Personen, aber auch Fahrerinnen und Fahrer in Fahrzeugen.
Einsatzkräfte der Feuerwehr müssen im Szenario zeitnah die Brandstelle lokalisieren und ablöschen, um eine weitere Verrauchung des Tunnels und damit eine Gefährdung der Personen im Tunnel zu reduzieren. Andere Kräfte suchen gezielt Fahrzeuge ab, retten Personen und übergeben diese an den anwesenden Rettungsdienst. Hier greift nun ein weiteres Übungselement, dass die strukturierte Abarbeitung einer Einsatzlage mit einer Vielzahl von Verletzten umfasst. In weiteren Einsatzverlauf werden die Verletzten erstversorgt, registriert und in das Universitätsklinikum Heidelberg und das St. Josefskrankenhaus Heidelberg gebracht, die sich an der Übung aktiv beteiligen.
Das Universitätsklinikum Heidelberg beübt begleitend das Szenario für einen sogenannten „Massenanfall von Verletzten“, also die notfallmedizinische Versorgung von vielen Betroffenen bei Katastrophenlagen wie einem Tunnelbrand. Für einen solchen Massenanfall von Verletzten (MANV) hält das Universitätsklinikum Heidelberg eigene Alarm- und Einsatzpläne vor. Sie regeln, wie innerhalb kurzer Zeit zusätzliche Behandlungskapazitäten geschaffen, Patientinnen und Patienten nach der Schwere ihrer Verletzungen gesichtet und auf die geeigneten Versorgungsbereiche verteilt werden. Dafür werden unter anderem zusätzliche Teams alarmiert, definierte Behandlungsbereiche aktiviert und die Abläufe in der Chirurgischen Klinik an die besondere Lage angepasst. Die Übung dient dazu, diese Strukturen und die Zusammenarbeit mit Rettungsdienst, Feuerwehr und weiteren Beteiligten unter möglichst realistischen Bedingungen zu erproben.
Übungsrauch kommt zum Einsatz
Während der Übung kann es zu einer Ausbreitung des Übungsrauchs in die Altstadt kommen. Es handelt sich hierbei um unbedenklichen Rauch, wie er auch in Diskotheken eingesetzt wird. Eine gesundheitliche Gefährdung besteht nicht.



