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„Welttag des Buches: Heidelberger Werke in „Bibliothek der Poesie“ aufgenommen

Digitaler Einblick in die Ausstellung

Poesie verbindet. Auch, wenn die Zeiten Abstand gebieten. Drei Lyrikbände haben sich aus der UNESCO City of Literature Heidelberg auf den Weg in die UNESCO-Literaturstadt Manchester gemacht, wo sie Teil der Ausstellung der neuen „Library of Poetry“ („Bibliothek der Poesie“) der Manchester Metropolitan University sind. Die drei Heidelberger Beiträge sind „Gesammelte Gedichte“ von Hilde Domin, „geschriebes. selbst mit stein“ von Rainer René Mueller und „Ich rühm dich Heidelberg“ von Michael Buselmeier.

Die Eröffnung der Ausstellung am 23. März 2021, dem Welttag der Poesie, war pandemiebedingt nur digital möglich. Seit dem 5. April 2021 findet einmal wöchentlich eine digitale Tour in den sozialen Medien durch eine der weiteren teilnehmenden UNESCO-Literaturstädte statt. Am heutigen Welttag des Buches ist Heidelberg an der Reihe. Dabei werden die oben genannten Werke und Autoren sowie weitere Facetten der Literaturstadt Heidelberg mit dem Schwerpunkt Poesie unter dem Hashtag #PoetryCities und über den Kanal @MCRPoetryLib auf Twitter und Instagram kurz vorgestellt.

Unter www.poetrycities.co.uk findet man den Zugang zur digitalen Tour. Dort sind auch die Werke aus allen Teilnehmerstädten aufgeführt.

Zu den Werken

Hilde Domin – „Gesammelte Gedichte“, S. Fischer Verlag 1987
Ein Überblick über das Werk der Lyrikerin, die Anfang der 1930er Jahre in Heidelberg studierte, 1932 ins Exil gehen musste, und erst 1960 in die Stadt zurückkehrte, wo sie begraben liegt und zur Ehrenbürgerin ernannt wurde. Domins Thema: Heimat, Liebe, Tod – und die Grenzsituationen des Menschen im 20. Jahrhundert, in dem nichts mehr selbstverständlich war.

Rainer René Mueller – „geschriebes. selbst mit stein“, Edition aouey 2018
Das Werk des in Heidelberg lebenden Lyrikers steht in der Tradition der deutsch-jüdischen Literatur. Wie im Werk von Paul Celan leben auch Muellers Gedichte von einer radikalen sprachlichen Verkürzung. Zitatfetzen und Satzpartikel, Leerstellen und Schnittstellen verleihen ihnen das Schriftbild einer Partitur, im vorliegenden Band typographisch aufwändig umgesetzt von der ebenfalls in Heidelberg ansässigen Edition aouey.

Michael Buselmeier – „Ich rühm dich Heidelberg“, Verlag das Wunderhorn 1996
In dem ursprünglich zum 800. Stadtjubiläum verfassten Poem folgt ein eher episch gestimmtes Ich in sechs Etappen der widersprüchlichen Geschichte der Stadt und den krummen Wegen der Dichter und Alltagsleute durch ihre Gassen und Räume, vom Neckar und der Alten Brücke bis in die Weststadt und nach Rohrbach.

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