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Heidelberger Politikwissenschaftler forschen zur Klimapolitik

Wissenschaftler des Instituts für Politische Wissenschaft der Universität Heidelberg sind an einem internationalen Forschungsprojekt zur Klimapolitik beteiligt: Wie kann die Wirtschaft so umgestellt werden, dass sie einen niedrigeren Umsatz von Kohlenstoff aufweist? Welche Maßnahmen zur Dekarbonisierung haben Staaten bereits ergriffen und mit welchem Erfolg?

Die Arbeiten in Heidelberg beginnen Anfang 2021 unter der Leitung von Prof. Dr. Jale Tosun. Ihr Team ist Teil eines an der University of East Anglia (Großbritannien) angesiedelten Projekts „Deep Decarbonisation: The Democratic Challenge of Navigating Governance Traps” (DeepDCarb), das der Europäische Forschungsrat (ERC) mit einem ERC Advanced Grant für Spitzenforscher fördert. Dafür stehen Mittel in Höhe von insgesamt rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 530.000 Euro sind für die Forschung in Heidelberg vorgesehen. Prof. Tosun plant, Strategien zu identifizieren, mit denen langfristige Ziele zur Reduzierung der Erderwärmung erreicht werden können.

Internationales Forschungsprojekt wird aus England koordiniert

Mit dem von Prof. Dr. Andrew Jordan von der University of East Anglia koordinierten Projekt wollen die Wissenschaftler das weltweite klimapolitische Handeln zunächst grundlegend erfassen. Als Basis dafür dienen Datensätze der vergangenen 30 Jahre über Aktivitäten aus 41 Ländern mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungsniveaus.

Anschließend sollen die Prozesse näher untersucht werden, die in der Vergangenheit bereits zur Verabschiedung von Gesetzen und Erlassen im Bereich der Klimapolitik geführt haben. „In einem weiteren Schritt werden wir die politikwissenschaftliche Forschung mit Ansätzen aus den Verhaltenswissenschaften verknüpfen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Entscheidungssituationen ausgestaltet werden sollten, damit langfristige Ziele, etwa die Reduzierung der Erderwärmung auf 1,5 Grad, erreicht werden können“, erläutert Prof. Tosun.

Empirische Modelle aus Heidelberg

Die Heidelberger Wissenschaftler entwickeln empirische Modelle, die klimapolitisches Handeln erfassen und so die Entstehung von Klimapolitik erklären können. „In vorangegangenen Projekten haben wir bereits Ansätze erarbeitet, um gesetzgeberische Aktivitäten in diesem Bereich für eine große Anzahl von Staaten sowie über lange Beobachtungsperioden zu erfassen“, so Prof. Tosun. „Mit unseren Forschungsaktivitäten im Projekt DeepDCarb wollen wir diese Arbeit weiterführen und praktisch verwertbare Erkenntnisse fördern, die für Politik und öffentliche Verwaltung von Nutzen sind.“