Café Licht
Einblicke ins Eltern-Baby-Café
Es sind die kleinen Dinge, die in diesem Café anders sind. Es ist sei schön, dabei zu sein, wenn Kinder das erste Mal allein bestellen, sagte Ann-Kristin Oßa. Ann-Kristin Oßa ist Community Builderin im Café Licht. Im Café Licht muss man nichts sein, die Besuchenden, Erwachsene wie Kinder kommen einfach, wie sie sind. Wenn etwas umfällt oder kaputt geht, dann machen Eltern und Ehrenamtliche das einfach gemeinsam sauber. Die Mitmachmentalität sei in diesem Café besonders. Ann-Kristin Oßa ist der Meinung, dass in unserer heutigen Gesellschaft ein hoher Bedarf an Zugehörigkeit bestehe, denn viele Menschen seien einsam, auch wenn das auf den ersten Blick nicht auffiele. Sie heb besonders junge Eltern hervor, denn bei Ihnen ändert sich mit der Geburt eines Kindes das komplette Leben, der komplette Alltag. Somit würden frühere soziale Strukturen wegfallen, weil einfach der neue Alltag mit Baby nicht mehr mit dem der Bekannten kombinierbar sei.
Man wirft ein paar Euros in eine Spendenbox an der Wand, so bezahlt viele im Eltern-Baby-Café. Das Café füllt sich mit mehr und mehr kleinen Kindern und ihren Eltern Ann-Kristin Oßa erzählt ihr schönstes Erlebnis aus dem Café: „Dann war da vor ein paar Jahren eine alleinerziehende Mutter, die war ziemlich am Ende, weil die Kita zu hatte und sie niemanden für die Kleine hatte. Ich habe mich zu ihr gesetzt und mit ihr gesprochen. Sie hat aufgesehen und meinte, dass es ihr dermaßen gut getan hätte, dass jemand sie an diesem Tag bei ihrem Namen genannt hatte.“
Treffpunkt für junge Eltern
Das Café Licht war früher ein Kindergarten und ist jetzt zu einem zentralen Treffpunkt für junge Eltern in der Neuen Südstadt geworden. Manche Eltern kommen jede Woche hier, andere nur ab und an. Ann-Kristin Oßa kann den Kindern beim Wachsen zusehen. Das Café Licht sei gerade für Familien ein wichtiger Ort, weil sich hier eine warmherzige Gemeinschaft bilde, die sich gegenseitig unterstütze. Gerade in neuen Wohnvierteln wie der Südstadt haben Zugezogene kein Supportsystem vor Ort, keine Großeltern, die mal auf die Kleinen aufpassen können. Das Café Licht bietet offene, regelmäßige Formate, damit sich die Eltern austauschen und neue Kraft tanken können. Auch andere Generationen kommen hier zusammen, zum Beispiel im Rahmen eines Erzählcafés.
Entstanden ist das Café Licht tatsächlich während der Covid-19-Pandemie. Es war ein Wagnis, ein Café zu eröffnen, in einer Zeit, wo die Gastronomie große Schwierigkeiten hatten. Hinter dem Café Licht steht der CVJM HD Mitte e.V.. Im Café wirken eine hauptamtliche Person, eine Person mit Minijob-Vertrag, vier Menschen, die ihren Bundesfreiwilligendienst verrichten und mindestens sieben Ehrenamtliche wöchentlich mit. Das Café finanziert sich ausschließlich über Spenden. Die Stelle von Ann-Kristin Oßa wird von der deutschen Fernsehlotterie sowie der SWR-Herzenssache finanziert.
Den Kaffee hat eine Mutter lächelnd an den Tisch gebracht. Sie ist keine ehrenamtliche Helferin, sondern einfach ein Gast. Ann-Kristin Oßa klärt auf: „Viele sehen das als „ihr“ Café an.“ Es braucht viele Ehrenamtliche, um so ein Café am Laufen zu halten. Für den regulären nachmittäglichen Cafébetrieb braucht es für einen Tag mindestens drei Kuchenspenden und vier Personen an der Theke. Neben Kuchenspenden sind auch Menschen herzlich willkommen, die sich langfristig als Barista engagieren wollen.
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