Tatort Karlstorbahnhof:

Hot Dogs mit gebratenen Miso-Pilzen – ein Blick hinter die Kulissen der Zentrale

Ein paar Schritte durch den Karlstorbahnhof – und schon steht man in der Zentrale. Was auf den ersten Blick wie ein offener, lebendiger Treffpunkt wirkt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen genau als das. Hier wird gegessen, gelacht, ausprobiert und vor allem: Menschen zusammengebracht. Ein Ort ohne Konsumzwang, an dem Familien, Büroangestellte, Menschen aus Wohnprojekten und Stammgäste von jung bis alt zusammenkommen.

Seit zweieinhalb Jahren hat Mahlet Gebre Wold die Gastroleitung der Zentrale inne. Gemeinsam mit Clara Diekmann, die seit knapp drei Jahren Teil des Teams ist, sorgt sie dafür, dass in der Zentrale ein Mittagstisch angeboten wird, der weit mehr ist als nur eine schnelle Mahlzeit. Clara begann einst als Küchenhilfe, übernahm jedoch schnell Verantwortung – und kann genau hier ihre Leidenschaft ausleben: Kochen und Backen als Ausdruck von Freiheit und Kreativität. „Kochen bedeutet für mich, Gefühle auszudrücken und Menschen etwas mitzugeben, das sie vielleicht so noch nicht kennen“, sagt sie.

Gutes erschwingliches Mittagessen für alle

Der Mittagstisch wird immer montags und freitags angeboten. Ziel ist es, der Nachbarschaft und dem Umfeld ein gutes, erschwingliches Mittagessen anzubieten – abwechslungsreich, kreativ und immer mit dem Mut, Neues zu wagen. Was einst mit rund 30 Essen begann, sind heute 60 bis 70 Portionen – beliebt und gut angenommen. Montags gibt es oft Eintöpfe, Suppen oder im Sommer frische Salate für rund 7 Euro, freitags einen größeren Mittagstisch für rund 11 Euro. Dazu kommen Caterings für Künstler und  vor Abendveranstaltungen im großen Saal ein Angebot kleiner Speisen an der Bar– damit Kulturgenuss nicht auf leeren Magen trifft.(wer tanzt, darf schließlich auch wieder Energie tanken.)

zwei Frauen vor Tresen der Zentrale
Die Köpfe hinter der Zentrale: Clara Diekmann und Mahlet Gebrewold. (Foto: Stadt Heidelberg)

Gekocht wird überwiegend vegan, manchmal mit vegetarischer Option. Fleisch fehlt kaum jemandem. Es gibt Gerichte, die wiederkehren – aber nie ohne einen neuen Dreh. So haben Hot Dogs ungewöhnliche Toppings wie Miso-Pilze, Tacos werden mit Pulled Jackfruit serviert und für die beliebten Ramen kreiert Clara eine Brühe nach eigenem Rezept.

„Ich möchte nicht jede Woche das Gleiche kochen – mir ist wichtig, dass unsere Gerichte überraschen und inspirieren.“, sagt Clara.

Neben Clara übernehmen auch andere Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Team. Alle bringen Ideen ein, professionelle Kochausbildungen sind keine Voraussetzung. „Die Zentrale versteht sich nicht als klassisches Restaurant, sondern als Teil des Karlstorbahnhofs“, sagt Mahlet. „Unser Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen und diesen besonderen Ort auch tagsüber zu beleben.“

Der Wunsch für die Zukunft: ein wachsendes Quartier und viele neugierige Gäste. Denn Essen verbindet – und genau das ist in der Zentrale spürbar.

Hunger und Lust bekommen? Hier gibt’s weitere Infos Die Zentrale | Karlstorbahnhof e.V.

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