Heimisches Obst – Baustein unserer Ernährung
Die hier aufgeführten, umfassenden Informationen zum heimischen Obst stammen von einer ehemaligen Schautafel (2004) am Rundweg Kirchheimer Hof.
Wir wollen uns hier auf einheimische Obstsorten konzentrieren.
Zuerst eine Definition des Begriffs „Obst“: Unter dem Begriff Obst versteht man die eßbaren Früchte von mehrjährigen, meist in Kultur genommenen Gewächsen. Der Begriff Obst entstammt dem althochdeutschen „ob-az" und beschreibt eine über das Essen hinausgehende Speise, also eine Zukost"
Gemüse und Obst sind unentbehrlich für die Gesundheit des Menschen.
Die einheimischen Obstsorten werden in die folgenden Gruppen eingeteilt:
Kernobst (Apfel, Birnen, Quitten),
Beerenobst (Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren) und
Steinobst (Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumen, Mirabellen).
Die Kern- und Steinobst Arten sowie Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren gehören alle zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae), während Johannis- und Stachelbeeren zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) gehören.
Gloster
Reifezeit
Pflückreife Mitte bis Ende Oktober, Genussreife ab Mitte Dezember bis Juni (bei erstklassiger Lagerung)
Eigenschaften
fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßige und reiche Erträge bei geringem Schnittaufwand, nicht mehltauanfällig, mittelgroße bis große glockenförmige Äpfel, Grundfarbe grün mit dunkelroter Deckfarbe, Fleisch weiß, fest, säuerlich, saftig; sehr wohlschmeckend; Küchen- und Tafelapfel
Golden Delicious
Reifezeit
Pflückreife Anfang/Ende Oktober, Genussreife Oktober bis Juli
Eigenschaften
nur in warmen Gebieten mit viel Sonnenschein (Weinklima) anbauen; Kronen gut belichten, da sonst Fruchtfarbe und Geschmack zu wünschen übrig lassen; Fruchtbarkeit früh, regelmäßig und hoch, schorfanfällig; mittelgroßer Apfel; Schale gelb bis goldgelb, an der Sonnenseite orange; Fruchtfleisch gelblich-weiß, fest, knackig, saftig, süßlich; Tafelapfel
Gravensteiner
Reifezeit
Pflückreife Ende August/Mitte September, Genussreife ab Ernte bis Ende Dezember
Eigenschaften
wächst gesund bei aber nur mäßigem Ertrag und braucht einen frostharten Stammbildner, gehört zu den schönsten und aromatischsten Herbstäpfeln; mittelgroß bis groß, leicht rotgestreift; Fruchtfleisch weich und weiß; kräftiger Eigengeschmack; feinaromatisch, herrlich duftend; Tafelapfel
Breaburn
Reifezeit
Pflückreife Oktober; Genussreife Oktober bis Juni
Eigenschaften
8-12 Wochen lagerfähig (Keller); viel Vitamin C; süß-säuerlich, erfrischendes Aroma, sehr knackig-saftig
Gala
Reifezeit
Pflückreife September, Genußreife September bis Juni
Eigenschaften
bleibt sehr lange frisch; beliebt bei Kindern; knackig-süßes Aroma, saftig
Goldparmäne
Reifezeit
Pflückreife September/Anfang Oktober, Genussreife September bis Januar
Eigenschaften
nach wie vor eine unserer wertvollsten Sorten; gute Befruchtersorte, früher und reicher Ertrag: Behang vielfach so reich, dass Ausdünnen zu empfehlen ist; sehr geschätzt zur Weihnachtszeit; gelbliche, orange-rote Schale, weißes Fruchtfleisch; sehr wohlschmeckend, süß-säuerlich, Nussgeschmack; Tafelsorte
Elstar
Reifezeit
Pflückreife Ende September/Anfang Oktober, Genussreife September bis Mai
Eigenschaften
Kreuzung zwischen Golden Delicious und Ingrid Marie; sehr beliebter, mittelgroßer Apfel; sehr ertragreich; wird gelegentlich von Schorf befallen, ist sonst aber sehr resistent; gut zum Backen; goldgelbe bis kräftig-rote Schale, goldgelbes und knackiges Fruchtfleisch; fein-säuerliches Aroma, saftig, nach langer Lagerung verliert der Geschmack
Jonagold
Reifezeit
Pflückreife Ende September bis Ende Oktober, Genussreife Oktober bis Mai
Eigenschaften
Züchtung aus "Golden Delicious" und Jonathan"; fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßige und reiche Erträge; großer Apfel; Farbe in vollreifem Zustand sattgelb, sonnenseits verwaschen bis geflammt orangerot; Fruchtfleisch gelblich, saftig, locker, Geschmack süßlich-feinsäuerlich; Tafelapfel
Boskop
Reifezeit
Pflückreife Ende September/Mitte Oktober, Genussreife November bis April
Eigenschaften
Blüte sehr frostempfindlich; hoher Ertrag, sehr großfruchtigSchale rau und matt, orange bis dunkelrot; Fruchtfleisch gelblich und saftig säuerlich, jedoch kein Diabetikerapfel; Most-, Küchen- und Tafelapfel; Bratapfel
Cox'Orangenrenette
Reifezeit
Pflückreife Mitte September/Mitte Oktober, Genussreife Oktober bis März
Eigenschaften
edelster und höchstbezahlter Tagesapfel; leider sehr empfindlich gegen Schorf, Mehltau, Frost usw. sogar gegen Spritzmittel (Kupfer, Schwefel); sehr pflegebedürftig; trägt häufig nur alle 2 Jahre; nur für beste Standorte; kleine Äpfel; Schale an der Sonnenseite geflammt, orange bis bräunlichrot; Fruchtfleisch grünlich bis gelb, saftig, später angenehm mürbe; süß-fruchtig. sehr würzig mit feiner Säure; Küchen- und Tafelapfel
Idared
Reifezeit
Pflückreife Oktober, Genussreife Oktober bis April
Eigenschaften
fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßiger Massenträger, mittelgroß bis sehr groß; mehltauanfällig: Diabetikerapfel; hoher Vitamin C-Gehalt; grün-gelbliche und teilweise hell- bis kräftig rote Schale; Fruchtfleisch ist weiß, knackig-fest und saftig, schwach fein-säuerlich und würzig
Jonathan
Reifezeit
Pflückreife Ende September bis Anfang Oktober Genussreife Mitte Oktober bis Mai
Eigenschaften
mehltauanfällig; fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßige und reiche Erträge; gut lagerfähig, klein bis mittelgroß; grüngelb, sonnenseits dunkelrot, Fleisch weiß, fest, säuerliches, schwaches Aroma
Äpfel
Äpfel sind das medizinische Obst schlechthin
Äpfel stärken die Abwehrkräfte
Äpfel machen schlank
Äpfel enthalten reichlich wertvolles Vitamin C
Äpfel enthalten mehr als 20 Mineralstoffe, dazu Pektin, Ballaststoffe und Gerbsäuren für die Verdauung
Äpfel in geriebener Form sind altbewährtes Durchfallmittel
Äpfel haben beruhigende Wirkung
Äpfel führen nicht zur Übersäuerung wie z.B. Orangen
Der Weg zum Kulturapfel
Mit dem Übergang vom Nomadentum zum seßhaften Leben (ca. 3000 v.Chr.) wurde eine von Mensch und Tier betriebene Selektion von Sämlingen, die durch zufällige, selbstunfruchtbare Kreuzungen entstanden sind, durchgeführt. Das Ergebnis unendlich vieler Kreuzungen innerhalb der Wildarten (intraspezifisch) und später auch zwischen denselben (interspezifisch), unterstützt von zahlreichen spontanen Mutationen führte schließlich zu wertvollen Apfelbäumen, die im Umfeld von Siedlungen gepflanzt wurden. Die ersten Kultursorten waren hinsichtlich der inneren und äußeren Fruchtqualität noch sehr primitiv und hatten mit den heutigen Marktsorten wenig gemeinsam. Das Schrifttum der Antike weist viele Zeugnisse über den Apfel auf. Die Griechen haben die Apfelkultur zu einer ersten Blüte gebracht. Theophrast nennt in seinen beiden Fundamentalwerken bereits 6 Apfelsorten, 4 Birnensorten, 2 Sorten Mandeln und Quitten. Die bedeutendsten Kulturen waren damals Wein und Oliven. Die Vermehrung der Obstsorten erfolgte durch Pfropfung, bei selbstfruchtbaren Obstarten wie dem Pfirsich, erfolgte die Vermehrung auch über Samen. Die Göttin Pomona gab als Schutzpatronin bei den Römern den Namen für die Pomologie, der Lehre von den Obstfrüchten. Wie zahlreiche Schriften von M.P. Cato, M.T. Varro,L.J.M.Columella, Plinius d.Ä. über Maßnahmen der Düngung, Lagerung und Pflanzenschutz beweisen, gab es weitere Fortschritte im pomologischen Wissen. Plinius d.Ä. beschrieb insgesamt 1000 Pflanzen, darunter an erster Stelle 71 Weinrebensorten, 39 Sorten Birnen, 23 Sorten Apfel, 9 Sorten Pflaumen, 7 Sorten Kirschen, 6 Sorten Walnüsse. Durch fortlaufende Auslese neu entstandener Formen aus Wildbeständen entwickelten sich allmählich der Großteil der noch heute angebauten Obstsorten. Die frühesten deutschen Dokumente über Obstsorten sind die Kapitularien Karls des Großen. Obstbau wurde bis zum 18. Jahrhundert fast nur in den Gebieten römischer Besetzung betrieben. Der Anbau der Obstgehölze war Liebhaberei und diente der Eigenversorgung. Gefördert wurde der Obstbau insbesondere in den Klöstern und von einigen Fürsten und Landesherren, die nach dem Vorbild des Kurfürsten August I von Sachsen und des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, die Ehestandsbaumgesetze erließen. Danach mußten Brautpaare vor der Trauung eine bestimmte Anzahl von Obstbäumen pflanzen oder veredeln. Unter König Friedrich von Preußen mußte sogar jedes Dorf eine bestimmte Anzahl von Obstbäumen pflanzen. Insgesamt spielte der Obstbau im 18. Jahrhundert wirtschaftlich infolge der wenig entwickelten Transport- und Verkehrsverhältnisse aber keine Rolle.
Birnen
Die Sorten wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt: guter Geschmack, reiche Fruchtbarkeit, regelmäßige Fruchtbarkeit, Frosthärte in der Blüte, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten
Gräfin von Paris
Reifezeit
Pflückreife Mitte September, Genussreife Mitte Oktober bis Februar
Eigenschaften
nur auf Quitte pflanzen; sehr windfest; lagerfähig, mittelgroß; trockene, raue, grünlichgraue, zähe Schale mit rostbraunen Punkten; zu Beginn der Reife fest, im Vollreifezustand weich und saftig süß
Williams Christ
Reifezeit
Pflückreife Mitte August bis Anfang September, Genussreife sofort bis Ende Oktober
Eigenschaften
Massenträger für Frischverzehr und Konservierung, mittelgroß; Schale grünlich, später goldgelb mit rostbraunen Einfärbungen; Fleisch gelbweiß, saftig-süß; erfrischendes, kräftiges Aroma; zu Beginn der Reife fest, im Vollreifezustand weich und saftig
Birnen
Birnen haben entwässernde Wirkung
Birnen sind besonders bekömmlich und leicht verdaulich
Birnen enthalten Betakarotin, B-Vitamine, Vitamin C, Magnesium, Calcium, Eisen, Phosphor, Fluor.
Quitten
Die Sorte wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt:
Geschmack, reiche Fruchtbarkeit, regelmäßige Fruchtbarkeit, Frosthärte in der Blüte, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten
Portugiesische Quitte
Reifezeit
Pflückreife Anfang bis Mitte Oktober; Genussreife ab Ernte bis November
Eigenschaften
hohe Erträge; stellt einen hohen Anspruch an den Standort; groß, birnenförmig, am breitesten in der Mitte; Schale leuchtend gelb mit leichter Wolle; Fruchtfleisch weißgelb, saftig
Sauerkirschen
Die Sorten wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt: reiche und regelmäßige Erträge, wertvolle Früchte, befruchten sich gegenseitig
Ludwigs Frühe
Reifezeit
Kirschwoche
Eigenschaften
Massenträger, frosthart, Moniliaresistent, robust, mittelgroße, hellrote Frucht
Süßkirschen
Die Sorten wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt: reiche und regelmäßige Erträge, wertvolle Früchte, befruchten sich gegenseitig
Hedelfinger Knorpelkirsche
Reifezeit
4.-5. Kirschwoche
Eigenschaften
sehr starker Baum, aufrecht mit fast waagerechten Seitentrieben, später hängende Triebe; sehr hohe Erträge; große dunkelbraunrote Knorpelkirsche; dicke Haut, Fleisch dunkel, fest, saftig, feinwürzig, pikantes Aroma
Pfirsich
Roter Ellerstädter
(Kernechter v. Vorgebirge)
Reifezeit
September
Eigenschaften
Konservenpfirsich
Aprikosen
Ungarische Beste
Reifezeit
August
Eigenschaften
große Ertragsunsicherheit; Mittelgroß, rund-kegelförmig, ungleiche Hälften; Schale schwachwollig, grünlichgelb-sattgelb, 3/4 der Oberfläche dunkelrot, in regenreichen Jahren; stark dunkelbraun gepunktet; Fleisch orange, fest, saftig, steinlösend
Beerenobst
Stachelbeeren
Sorte
Hörnings Früheste Rote Triumphbeere
Eigenschaften
gelb, früheste Sorte, meistangebauter Massenträger, vielseitig verwendbar, große weinrote Beeren; süßsäuerlich mit durchschnittlichem Aroma
Grüne Kugel
zum Konservieren geeignet
Invicta
grün, mehltaufest
Remarka
rot, mehltaufest
Rolanda
rot, mehltaufest
Riscanta
gelb, mehltaufest
Erdbeeren
Senga Sengana
Massenträger, dunkel botrytisanfällig, vielseitig verwendbar
Red Gauntlet
Massenträger, hell
Elista
Massenträger, dunkel
Senga Litessa
Massenträger
Schwarze Johannisbeeren
Rosenthals Schwarze Langtraubige
große schwarzblaue und langtraubige Beeren; sehr aromatisch, säuerlich; hoher Vitamin C-Gehalt
Silvergieters Schwarze
mild, für Rohverzehr
Brombeeren
Theodor Reimers
stark mit Stacheln besetzt; mittelgroße blauschwarz glänzende Beeren; sehr gutes Aroma, süß und fest; Massenträger
Thomfree
stachellose Sorte, sehr hohe und regelmäßige Erträge; besonders große schwarzblaue und feste Beeren; mit einem guten süßsäuerlichen Aroma
Thornless Evergreen
stachellose Sorte; wintergrüne Blätter, mittelgroße schwarzblaue Beeren mit geringem Aroma; mittlere Erträge
Rote Johannisbeeren
Sorte Eigenschaften
Heros
schwacher Wuchs geschmacklich beste Sorte
Jonkheer vom Tets
kräftiger Wuchs
Erstling aus Vierlanden
sehr starker Wuchs
Himbeeren
Sorte Eigenschaften
Paul Camencind
großfrüchtig, Massenträger
Schönemann
Massenträger, besonders große lang- gezogene, kräftig rote Beeren; sehr gutes süßsäuerliches Aroma; wenig Stacheln
Malling Promise
Massenträger, große glänzende kräftige rote Beeren; sehr gut im Geschmack mit leichter Säure; stark mit Stacheln besetzt
Zewa I. und II.
großfrüchtig. Massenträger
Zwetschgen
Zwetschgen sorgen für eine gute Verdauung und für den Abtransport von Giftstoffen
Zwetschgen sind appetitanregend
Zwetschgen enthalten viel Vitamin A, Vitamin B1, B2, C
Zwetschgen enthalten viel Eisen
Hauszwetschge
Reifezeit
Ende September bis Mitte Oktober
Eigenschaften
vielseitige Verwendung, hohe und regelmäßige Erträge ab 3. Standjahr einsetzend; selbstfruchtbar mittelgroße Zwetschge, blauschwarz und teilweise bereift; Fleisch grünlichgelb bis goldgelb zur Vollreife, fest, süß, saftig, steinlösend
Große Grüne Reneklode
Reifezeit
Anfang bis Mitte September
Eigenschaften
geschmacklich beste Rencklode; große, rundliche, grüngelbe Früchte, Fleisch gelblichgrün, sehr saftig, süß, zartschmelzend, gute Würze
Nancy Mirabelle
Reifezeit
Mitte bis Ende August
Eigenschaften
Massenträger, klein, hellgelb mit gepunkteter Röte sonnenseits; Fleisch fest und saftig, gelb, süß, aromatisch; bei Überreife sehr weichDie hier aufgeführten Informationen zum heimischen Obst stammen von einer Informationstafel am Rundweg Kirchheimer Hof, die im Rahmen der Erneuerung des Rundwegs 2026 überarbeitet wurde. Hier sind die wertvollen Informationen im vollem Umfang erhalten worden.