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Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie
Lernort Natur, Geo- und Naturpark
Theaterstraße 9
69117 Heidelberg

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Wissenswertes

An vielen Stellen auf der Heidelberger Gemarkung findet man Informationstafeln, die ein spezielles Thema des Ortes genauer erläutern. Dies können Erklärungen zur Kulturgeschichte, zu Besonderheiten des Naturraums oder der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sein. 

Über einen QR-Code auf den Informationstafeln können Besucher und Besucherinnen auf diese Seite mit wissenswerten Themen gelangen. Hier finden Sie vertiefende Informationen, um sich die Themen schnell und fachlich kompakt zu erschließen. 

Das Themenangebot dieser Seite wird kontinuierlich erweitert.

Liste der Themen

Wespen und Hornissen

Wespen und Hornissen

Insgesamt gibt es einige hundert Wespenarten in Deutschland. Darunter fallen auch die elf Arten der Echten Wespen zu denen die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) gehören, die gemeinhin mit der Bezeichnung Wespe angesprochen werden. Ebenso zu dieser Gruppe gehört die deutlich größere Hornisse (Vespa crabro), welche Jagd auf die beiden genannten Wespenarten und andere Insekten macht, um ihre Larven zu versorgen.

Natürliche Schädlingsbekämpfer

Entgegen ihrem teils schlechten Ruf besetzen Wespen und Hornissen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Als räuberisch lebende, staatenbildende Insekten wirken sie auf vielfältige Weise regulierend auf die verschiedene Insektenpopulation des Ökosystems ein. So tragen sie zum Erhalt des natürlichen Gleichgewichts bei.Dies nützt auch uns Menschen. Durch die Jagd auf Insekten zur Versorgung ihrer Larven mit proteinreicher Nahrung, verhindern sie Massenvermehrungen verschiedener Insektenarten. Diese könnten sonst im Obst und Gartenbau, wie auch in der Landwirtschaft Schäden verursachen.Natürlich dienen Wespen und Hornissen auch selbst als Nahrung für zahlreiche Tiere, darunter Vögel, Spinnen und andere Insekten. Sie sind somit auch in dieser Hinsicht für den Erhalt der Artenvielfalt von Bedeutung.

Vespula germanica auf Fallobst
Arbeiterin der deutschen Wespe

Bestäubung

Darüber hinaus sind Wespen und Hornissen sehr effiziente Bestäuber einer Vielzahl an Blütenpflanzen, denn die adulten (ausgewachsenen) Tiere ernähren sich von süßer, zuckerhaltiger Nahrung wie Blütennektar.Von den rund 1500 Kulturpflanzen, die von Bestäubung abhängig sind, besuchen Wespen rund 960 Pflanzenarten. Einige von ihnen sind sogar ausschließlich auf Wespen als Bestäuber angewiesen. Im Gegensatz zu Bienen fliegen Hornissen, Wespen und Hummeln (diese sind allerdings Wildbienen und keine Wespen) auch bei kühlem Wetter und bestäuben selbst bei Wind und Regen.

Vorsichtiger Umgang

Der Bedarf an zuckerhaltiger Nahrung ist auch der Grund, warum es häufig zu Konflikten zwischen Wespen und Menschen kommt. Allerdings lockt im Frühling und Frühsommer auch Fleisch Wespen auf der Suche nach Nahrung für ihren Nachwuchs an.  
Bei Annährungen der neugierigen Insekten gilt es Ruhe zu bewahren und nicht nach den Tieren zu schlagen. Auch ein Wegpusten empfiehlt sich nicht, da das ausgestoßene Kohlendioxid auf die Wespen als Gefahrensignal wirkt.
Sollten Sie ein Wespennest entdecken, entfernen Sie sich und halten Sie Abstand. Wenn das Nest an einer Stelle liegt, an der Sie häufig vorbeikommen, wenden Sie sich an unsere Hornissen- und Wespenbeauftragten, damit das Nest, nach Erfordernis, entfernt werden kann.

Heimisches Obst - Baustein unserer Ernährung

Heimisches Obst – Baustein unserer Ernährung

Die hier aufgeführten, umfassenden Informationen zum heimischen Obst stammen von einer ehemaligen Schautafel (2004) am Rundweg Kirchheimer Hof. 

Wir wollen uns hier auf einheimische Obstsorten konzentrieren.
Zuerst eine Definition des Begriffs „Obst“: Unter dem Begriff Obst versteht man die eßbaren Früchte von mehrjährigen, meist in Kultur genommenen Gewächsen. Der Begriff Obst entstammt dem althochdeutschen „ob-az" und beschreibt eine über das Essen hinausgehende Speise, also eine Zukost"
Gemüse und Obst sind unentbehrlich für die Gesundheit des Menschen.
 
Die einheimischen Obstsorten werden in die folgenden Gruppen eingeteilt:
Kernobst (Apfel, Birnen, Quitten),
Beerenobst (Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren) und
Steinobst (Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumen, Mirabellen).
Die Kern- und Steinobst Arten sowie Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren gehören alle zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae), während Johannis- und Stachelbeeren zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) gehören.
 
 
Gloster
Reifezeit
Pflückreife Mitte bis Ende Oktober, Genussreife ab Mitte Dezember bis Juni (bei erstklassiger Lagerung)
Eigenschaften
fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßige und reiche Erträge bei geringem Schnittaufwand, nicht mehltauanfällig, mittelgroße bis große glockenförmige Äpfel, Grundfarbe grün mit dunkelroter Deckfarbe, Fleisch weiß, fest, säuerlich, saftig; sehr wohlschmeckend; Küchen- und Tafelapfel
 
Golden Delicious
Reifezeit
Pflückreife Anfang/Ende Oktober, Genussreife Oktober bis Juli
Eigenschaften
nur in warmen Gebieten mit viel Sonnenschein (Weinklima) anbauen; Kronen gut belichten, da sonst Fruchtfarbe und Geschmack zu wünschen übrig lassen; Fruchtbarkeit früh, regelmäßig und hoch, schorfanfällig; mittelgroßer Apfel; Schale gelb bis goldgelb, an der Sonnenseite orange; Fruchtfleisch gelblich-weiß, fest, knackig, saftig, süßlich; Tafelapfel
 
Gravensteiner
Reifezeit
Pflückreife Ende August/Mitte September, Genussreife ab Ernte bis Ende Dezember
Eigenschaften
wächst gesund bei aber nur mäßigem Ertrag und braucht einen frostharten Stammbildner, gehört zu den schönsten und aromatischsten Herbstäpfeln; mittelgroß bis groß, leicht rotgestreift; Fruchtfleisch weich und weiß; kräftiger Eigengeschmack; feinaromatisch, herrlich duftend; Tafelapfel
 
Breaburn
Reifezeit
Pflückreife Oktober; Genussreife Oktober bis Juni
Eigenschaften
8-12 Wochen lagerfähig (Keller); viel Vitamin C; süß-säuerlich, erfrischendes Aroma, sehr knackig-saftig
 
Gala
Reifezeit
Pflückreife September, Genußreife September bis Juni
Eigenschaften
bleibt sehr lange frisch; beliebt bei Kindern; knackig-süßes Aroma, saftig
 
Goldparmäne
Reifezeit
Pflückreife September/Anfang Oktober, Genussreife September bis Januar
Eigenschaften
nach wie vor eine unserer wertvollsten Sorten; gute Befruchtersorte, früher und reicher Ertrag: Behang vielfach so reich, dass Ausdünnen zu empfehlen ist; sehr geschätzt zur Weihnachtszeit; gelbliche, orange-rote Schale, weißes Fruchtfleisch; sehr wohlschmeckend, süß-säuerlich, Nussgeschmack; Tafelsorte
 
Elstar
Reifezeit
Pflückreife Ende September/Anfang Oktober, Genussreife September bis Mai
Eigenschaften
Kreuzung zwischen Golden Delicious und Ingrid Marie; sehr beliebter, mittelgroßer Apfel; sehr ertragreich; wird gelegentlich von Schorf befallen, ist sonst aber sehr resistent; gut zum Backen; goldgelbe bis kräftig-rote Schale, goldgelbes und knackiges Fruchtfleisch; fein-säuerliches Aroma, saftig, nach langer Lagerung verliert der Geschmack
 
Jonagold
Reifezeit
Pflückreife Ende September bis Ende Oktober, Genussreife Oktober bis Mai
Eigenschaften
Züchtung aus "Golden Delicious" und Jonathan"; fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßige und reiche Erträge; großer Apfel; Farbe in vollreifem Zustand sattgelb, sonnenseits verwaschen bis geflammt orangerot; Fruchtfleisch gelblich, saftig, locker, Geschmack süßlich-feinsäuerlich; Tafelapfel
 
Boskop
Reifezeit
Pflückreife Ende September/Mitte Oktober, Genussreife November bis April
Eigenschaften
Blüte sehr frostempfindlich; hoher Ertrag, sehr großfruchtigSchale rau und matt, orange bis dunkelrot; Fruchtfleisch gelblich und saftig säuerlich, jedoch kein Diabetikerapfel; Most-, Küchen- und Tafelapfel; Bratapfel
 
Cox'Orangenrenette
Reifezeit
Pflückreife Mitte September/Mitte Oktober, Genussreife Oktober bis März
Eigenschaften
edelster und höchstbezahlter Tagesapfel; leider sehr empfindlich gegen Schorf, Mehltau, Frost usw. sogar gegen Spritzmittel (Kupfer, Schwefel); sehr pflegebedürftig; trägt häufig nur alle 2 Jahre; nur für beste Standorte; kleine Äpfel; Schale an der Sonnenseite geflammt, orange bis bräunlichrot; Fruchtfleisch grünlich bis gelb, saftig, später angenehm mürbe; süß-fruchtig. sehr würzig mit feiner Säure; Küchen- und Tafelapfel
 
Idared
Reifezeit
Pflückreife Oktober, Genussreife Oktober bis April
Eigenschaften
fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßiger Massenträger, mittelgroß bis sehr groß; mehltauanfällig: Diabetikerapfel; hoher Vitamin C-Gehalt; grün-gelbliche und teilweise hell- bis kräftig rote Schale; Fruchtfleisch ist weiß, knackig-fest und saftig, schwach fein-säuerlich und würzig
 
Jonathan
Reifezeit
Pflückreife Ende September bis Anfang Oktober Genussreife Mitte Oktober bis Mai
Eigenschaften
mehltauanfällig; fruchtet auch in Frostjahren; regelmäßige und reiche Erträge; gut lagerfähig, klein bis mittelgroß; grüngelb, sonnenseits dunkelrot, Fleisch weiß, fest, säuerliches, schwaches Aroma
 
 
Äpfel
Äpfel sind das medizinische Obst schlechthin
Äpfel stärken die Abwehrkräfte
Äpfel machen schlank
Äpfel enthalten reichlich wertvolles Vitamin C
Äpfel enthalten mehr als 20 Mineralstoffe, dazu Pektin, Ballaststoffe und Gerbsäuren für die Verdauung
Äpfel in geriebener Form sind altbewährtes Durchfallmittel
Äpfel haben beruhigende Wirkung
Äpfel führen nicht zur Übersäuerung wie z.B. Orangen
 
 
Der Weg zum Kulturapfel
 
Mit dem Übergang vom Nomadentum zum seßhaften Leben (ca. 3000 v.Chr.) wurde eine von Mensch und Tier betriebene Selektion von Sämlingen, die durch zufällige, selbstunfruchtbare Kreuzungen entstanden sind, durchgeführt. Das Ergebnis unendlich vieler Kreuzungen innerhalb der Wildarten (intraspezifisch) und später auch zwischen denselben (interspezifisch), unterstützt von zahlreichen spontanen Mutationen führte schließlich zu wertvollen Apfelbäumen, die im Umfeld von Siedlungen gepflanzt wurden. Die ersten Kultursorten waren hinsichtlich der inneren und äußeren Fruchtqualität noch sehr primitiv und hatten mit den heutigen Marktsorten wenig gemeinsam. Das Schrifttum der Antike weist viele Zeugnisse über den Apfel auf. Die Griechen haben die Apfelkultur zu einer ersten Blüte gebracht. Theophrast nennt in seinen beiden Fundamentalwerken bereits 6 Apfelsorten, 4 Birnensorten, 2 Sorten Mandeln und Quitten. Die bedeutendsten Kulturen waren damals Wein und Oliven. Die Vermehrung der Obstsorten erfolgte durch Pfropfung, bei selbstfruchtbaren Obstarten wie dem Pfirsich, erfolgte die Vermehrung auch über Samen. Die Göttin Pomona gab als Schutzpatronin bei den Römern den Namen für die Pomologie, der Lehre von den Obstfrüchten. Wie zahlreiche Schriften von M.P. Cato, M.T. Varro,L.J.M.Columella, Plinius d.Ä. über Maßnahmen der Düngung, Lagerung und Pflanzenschutz beweisen, gab es weitere Fortschritte im pomologischen Wissen. Plinius d.Ä. beschrieb insgesamt 1000 Pflanzen, darunter an erster Stelle 71 Weinrebensorten, 39 Sorten Birnen, 23 Sorten Apfel, 9 Sorten Pflaumen, 7 Sorten Kirschen, 6 Sorten Walnüsse. Durch fortlaufende Auslese neu entstandener Formen aus Wildbeständen entwickelten sich allmählich der Großteil der noch heute angebauten Obstsorten. Die frühesten deutschen Dokumente über Obstsorten sind die Kapitularien Karls des Großen. Obstbau wurde bis zum 18. Jahrhundert fast nur in den Gebieten römischer Besetzung betrieben. Der Anbau der Obstgehölze war Liebhaberei und diente der Eigenversorgung. Gefördert wurde der Obstbau insbesondere in den Klöstern und von einigen Fürsten und Landesherren, die nach dem Vorbild des Kurfürsten August I von Sachsen und des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, die Ehestandsbaumgesetze erließen. Danach mußten Brautpaare vor der Trauung eine bestimmte Anzahl von Obstbäumen pflanzen oder veredeln. Unter König Friedrich von Preußen mußte sogar jedes Dorf eine bestimmte Anzahl von Obstbäumen pflanzen. Insgesamt spielte der Obstbau im 18. Jahrhundert wirtschaftlich infolge der wenig entwickelten Transport- und Verkehrsverhältnisse aber keine Rolle.
 
 
Birnen
Die Sorten wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt: guter Geschmack, reiche Fruchtbarkeit, regelmäßige Fruchtbarkeit, Frosthärte in der Blüte, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten
 
Gräfin von Paris
Reifezeit
Pflückreife Mitte September, Genussreife Mitte Oktober bis Februar
Eigenschaften
nur auf Quitte pflanzen; sehr windfest; lagerfähig, mittelgroß; trockene, raue, grünlichgraue, zähe Schale mit rostbraunen Punkten; zu Beginn der Reife fest, im Vollreifezustand weich und saftig süß
 
Williams Christ
Reifezeit
Pflückreife Mitte August bis Anfang September, Genussreife sofort bis Ende Oktober
Eigenschaften
Massenträger für Frischverzehr und Konservierung, mittelgroß; Schale grünlich, später goldgelb mit rostbraunen Einfärbungen; Fleisch gelbweiß, saftig-süß; erfrischendes, kräftiges Aroma; zu Beginn der Reife fest, im Vollreifezustand weich und saftig
 
Birnen
Birnen haben entwässernde Wirkung
Birnen sind besonders bekömmlich und leicht verdaulich
Birnen enthalten Betakarotin, B-Vitamine, Vitamin C, Magnesium, Calcium, Eisen, Phosphor, Fluor.
 
Quitten
Die Sorte wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt:
Geschmack, reiche Fruchtbarkeit, regelmäßige Fruchtbarkeit, Frosthärte in der Blüte, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten
 
Portugiesische Quitte
Reifezeit
Pflückreife Anfang bis Mitte Oktober; Genussreife ab Ernte bis November
Eigenschaften
hohe Erträge; stellt einen hohen Anspruch an den Standort; groß, birnenförmig, am breitesten in der Mitte; Schale leuchtend gelb mit leichter Wolle; Fruchtfleisch weißgelb, saftig
 
Sauerkirschen
Die Sorten wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt: reiche und regelmäßige Erträge, wertvolle Früchte, befruchten sich gegenseitig
 
Ludwigs Frühe
Reifezeit
Kirschwoche
Eigenschaften
Massenträger, frosthart, Moniliaresistent, robust, mittelgroße, hellrote Frucht
 
Süßkirschen
Die Sorten wurden nach folgenden Gesichtspunkten ausgewählt: reiche und regelmäßige Erträge, wertvolle Früchte, befruchten sich gegenseitig
 
Hedelfinger Knorpelkirsche
Reifezeit
4.-5. Kirschwoche
Eigenschaften
sehr starker Baum, aufrecht mit fast waagerechten Seitentrieben, später hängende Triebe; sehr hohe Erträge; große dunkelbraunrote Knorpelkirsche; dicke Haut, Fleisch dunkel, fest, saftig, feinwürzig, pikantes Aroma
 
Pfirsich
Roter Ellerstädter
(Kernechter v. Vorgebirge)
Reifezeit
September
Eigenschaften
Konservenpfirsich
 
Aprikosen
Ungarische Beste
Reifezeit
August
Eigenschaften
große Ertragsunsicherheit; Mittelgroß, rund-kegelförmig, ungleiche Hälften; Schale schwachwollig, grünlichgelb-sattgelb, 3/4 der Oberfläche dunkelrot, in regenreichen Jahren; stark dunkelbraun gepunktet; Fleisch orange, fest, saftig, steinlösend
 
Beerenobst
 
Stachelbeeren
Sorte
Hörnings Früheste Rote Triumphbeere
Eigenschaften
gelb, früheste Sorte, meistangebauter Massenträger, vielseitig verwendbar, große weinrote Beeren; süßsäuerlich mit durchschnittlichem Aroma
Grüne Kugel
zum Konservieren geeignet
Invicta
grün, mehltaufest
Remarka
rot, mehltaufest
Rolanda
rot, mehltaufest
Riscanta
gelb, mehltaufest
 
Erdbeeren
Senga Sengana
Massenträger, dunkel botrytisanfällig, vielseitig verwendbar
Red Gauntlet
Massenträger, hell
Elista
Massenträger, dunkel
Senga Litessa
Massenträger
 
Schwarze Johannisbeeren
Rosenthals Schwarze Langtraubige
große schwarzblaue und langtraubige Beeren; sehr aromatisch, säuerlich; hoher Vitamin C-Gehalt
Silvergieters Schwarze
mild, für Rohverzehr
 
Brombeeren
Theodor Reimers
stark mit Stacheln besetzt; mittelgroße blauschwarz glänzende Beeren; sehr gutes Aroma, süß und fest; Massenträger
Thomfree
stachellose Sorte, sehr hohe und regelmäßige Erträge; besonders große schwarzblaue und feste Beeren; mit einem guten süßsäuerlichen Aroma
Thornless Evergreen
stachellose Sorte; wintergrüne Blätter, mittelgroße schwarzblaue Beeren mit geringem Aroma; mittlere Erträge
 
Rote Johannisbeeren
Sorte Eigenschaften
Heros
schwacher Wuchs geschmacklich beste Sorte
Jonkheer vom Tets
kräftiger Wuchs
Erstling aus Vierlanden
sehr starker Wuchs
 
Himbeeren
Sorte Eigenschaften
Paul Camencind
großfrüchtig, Massenträger
Schönemann
Massenträger, besonders große lang- gezogene, kräftig rote Beeren; sehr gutes süßsäuerliches Aroma; wenig Stacheln
Malling Promise
Massenträger, große glänzende kräftige rote Beeren; sehr gut im Geschmack mit leichter Säure; stark mit Stacheln besetzt
Zewa I. und II.
großfrüchtig. Massenträger
 
 
Zwetschgen
Zwetschgen sorgen für eine gute Verdauung und für den Abtransport von Giftstoffen
Zwetschgen sind appetitanregend
Zwetschgen enthalten viel Vitamin A, Vitamin B1, B2, C
Zwetschgen enthalten viel Eisen
 
Hauszwetschge
Reifezeit
Ende September bis Mitte Oktober
Eigenschaften
vielseitige Verwendung, hohe und regelmäßige Erträge ab 3. Standjahr einsetzend; selbstfruchtbar mittelgroße Zwetschge, blauschwarz und teilweise bereift; Fleisch grünlichgelb bis goldgelb zur Vollreife, fest, süß, saftig, steinlösend
 
Große Grüne Reneklode
Reifezeit
Anfang bis Mitte September
Eigenschaften
geschmacklich beste Rencklode; große, rundliche, grüngelbe Früchte, Fleisch gelblichgrün, sehr saftig, süß, zartschmelzend, gute Würze
 
Nancy Mirabelle
Reifezeit
Mitte bis Ende August
Eigenschaften
Massenträger, klein, hellgelb mit gepunkteter Röte sonnenseits; Fleisch fest und saftig, gelb, süß, aromatisch; bei Überreife sehr weichDie hier aufgeführten Informationen zum heimischen Obst stammen von einer Informationstafel am Rundweg Kirchheimer Hof, die im Rahmen der Erneuerung des Rundwegs 2026 überarbeitet wurde. Hier sind  die wertvollen Informationen im vollem Umfang erhalten worden. 

Wildbienen

Wildbienen

In Deutschland gibt es über 560 verschiedene Wildbienenarten. Bis auf wenige Ausnahmen leben diese Arten solitär, d. h. sie leben einzeln und bilden keine Staaten, wie etwa Honigbienen, Wespen und Hornissen.
Die verschiedenen Hummelarten allerdings zählen, obwohl staatenbildend, ebenso zu den Wildbienen, wie etwa auch die recht häufige, staatenbildende Furchenbiene.  
Viele Wildbienenarten – ob Zottel-, Pelz-, Sand- oder Seidenbienen - werden nur wenige Millimeter groß und es bedarf wegen ihrer geringen Größe eine gewisse Aufmerksamkeit, um sie zu entdecken. Die Sand-Steppenbiene etwa erreicht ausgewachsen nur eine Größe von 4 mm.
 
Die allermeisten Wildbienenarten können nur über eine kurze „Flugzeit“ des Jahres, meist 4-6 Wochen beobachtet werden.
 
Viele Arten sind zudem an einen speziellen Lebensraum gebunden. Dabei sind zwei Kriterien entscheidend:

  1. Jede Art ist auf bestimmte Arten von Blütenpflanzen zum Sammeln von Pollen und Nektar, als Nahrung für die ausgewachsenen (adulten) Tiere und zur Anlage eines Nahrungsvorrats für die Larven, angewiesen.
  2. Der Naturraum sollte die richtige Ausstattung zur Anlage von Brutröhren bietet.

Brutröhren mit vielen Brutzellen
Etwa ¾ der Wildbienenarten legen ihre Brutröhren im Erdboden an. Die restlichen Wildbienenarten nutzten natürliche Hohlräume, wie alte Bohrgänge im Totholz (von Käfern und ihren Larven), hohle Pflanzenstängel oder auch Fels- und Mauerspalten zur Anlage ihrer Brutröhren. Einige Arten sind auf besondere Orte, wie etwa leere Schneckenhäuser (Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene) zur Anlage ihrer Brutröhre spezialisiert.  
 
In dieser Röhre oder Hohlraum werden dann eine oder mehrere Brutzellen angelegt. Diese werden je nach Wildbienenart aus ganz unterschiedlichen Baumaterialien gefertigt: Erde, Laub- oder Blütenblattstücke, Pflanzenwolle, Harz, zerkautes Blattmaterial, Mark- oder Holzpartikel. Hier wird die hohe Anpassung der verschiedenen Arten an verschiedene Lebensräume deutlich. Um das Eindringen von Wasser und Pilzbefall in die Brutzelle zu verhindern, imprägnieren viele Wildbienen diese mit wasserabstoßenden Drüsensekreten.

Männchen der gehörnten Mauerbiene
Gehörnte Mauerbiene (Männchen)

Beispiel Gehörnte Mauerbiene
Die Gehörnte Mauerbiene ist mit ihrem roten Hinterleib gut zu erkennen und wird zwischen 12-16 mm groß. Das Bild oben zeigt ein männliches Tier, dass an seinen weißen "Hörner" erkennbar ist. Diese recht häufige, größere Vertreterin der Mauerbienen fliegt von Mitte März bis in den Juni hinein und legt ihre Brutröhren in sonnenexponierten, vegetationslosen Löß- und Lehmwänden an. Im Siedlungsbereich nutzt sie aber auch offene Fugen, Ritzen und Löcher in Mauern und nimmt verschieden Nistmöglichkeiten in Insektenhotels an. In einer Brutröhre baut das Weibchen bis zu zwölf Brutzellen aus einem Gemisch aus körpereigenen Drüsensekreten und feuchtem Sand oder Lehm. Darin legt sie jeweils einen Vorrat an Pollen von verschiedensten Blütenpflanzen an. Sie selbst ernährt sich vom Nektar der besuchten Blüten 15 verschiedener Pflanzengattungen.

Entwicklungszyklus der gehörnten Mauerbiene
In der mit Pollen und Nektar bestückten Brutzelle hat die aus dem Ei schlüpfende Larve genug Futter, um heranzuwachsen, den Winter im Kokon eingesponnen zu Überdauern und sich im Frühjahr bei der richtigen Temperatur zu Verpuppen. Nach etwa 10-20 Tagen schlüpft die Wildbiene und nagt sich aus ihrer Brutzelle heraus um für 4-6 Wochen auszufliegen, sich zu paaren und ihre Brutröhren anzulegen. Nach dem Bau der Brutzelle mitsamt der Eiablage beginnt der Zyklus dann wieder von vorne.

Bedeutung im Ökosystem und für den Menschen
Wildbienen sind sehr nützlich. Bei ihrem Tun ihre Brut mit ausreichend Vorräten für ein erfolgreiches Überleben auszustatten, bestäuben sie bis zu 80% der Wild- und Nutzpflanzen.
Die Bestäubungseffizienz ist dabei sogar erheblich höher als die der Honigbiene. Dort wo viele Wildbienen vorkommen, setzen die Kulturpflanzen (z.B. Apfelbäume) mehr Früchte an und die Ernte fällt in der Regel höher aus. Der Wert der Bestäubungsleistung für die deutsche Landwirtschaft beträgt in etwa 3,8 Mrd. Euro.

Die Bestäubung der Wildpflanzen durch die Wildbienen sichert deren Fortbestand und somit den Erhalt der Ökosysteme, die mit ihren Ökosystemdienstleistungen wiederum einen unschätzbaren Wert für den Menschen haben.   
Mit ihrer großen Individuenzahl und Artenvielfalt sind Wildbienen ein Schlüsselelement zum Erhalt der Biodiversität und auch für die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion. Auch als Nahrungsgrundlage selbst sind viele Wildbienen für den Fortbestand der Populationen vieler Insekten und Vögel wichtig.

Bedrohung
Viele Wildbienenarten in Deutschland sind bedroht. In den letzten Jahrzehnten sind ihre Bestände, wie die Bestände sonstiger Insekten auch, vielerorts stark eingebrochen. Hauptgründe dafür sind der großflächige Lebensraumverlust sowie der Einsatz von Pestiziden. Auch der Klimawandel setzt den Wildbienen durch die Verschiebung von Blütezeiten und extremen Wetterlagen zu. Viele Blütenpflanzen, welche es in artenreichen Mähwiesen und Viehweiden aber auch Ackerflächen mit breiten, ungenutzten Randstreifen und auf Brachflächen mit Ruderalvegetation gab, sind selten geworden. Ebenso fehlen häufig Strukturelemente zur Anlage von Brutröhren wie z.B. offene Bodenstellen, Sandwege, Steinhaufen und alte Hecken mit Totholz.
 
Aktuell gelten daher etwa 200 Wildbienenarten in Deutschland als im Bestand gefährdet. 37 sind aktuell vom Aussterben bedroht.
 Hilfe und Schutzmaßnahmen für Wildbienen in Heidelberg
Auf Landschaftsebene sollten existierende Lebensräume mit entsprechend vielfältigen Angebot an Blütenpflanzen zur Nahrungssuche und Strukturen zur Anlage von Brutröhren (bspw. offene Bodenstellen, Natursteinmauern und Totholzelemente) erhalten, geschützt und wieder neu angelegt werden. So kann bei der Pflege von Streuobstwiesen Totholz an sonnigen Stellen belassen und Wiesen können abschnittsweise und erst spät im Jahr gemäht werden.
 
Die Stadt Heidelberg fördert daher schon seit 1992 die Extensivierung von Ackerflächen, die Anlage von Ackerrandstreifen sowie Blühbrachen durch lokale Landwirte. Auch die Anlage von Hecken, Feldgehölzen oder Obstbaumreihen und die Umwandlung von Acker zu Extensivgrünland werden im Rahmen des Heidelberger Biotopvernetzungsprogramms auf aktuell ca. 60 ha unterstützt. Insgesamt werden die Maßnahmen mit knapp 100.000 Euro im Jahr gefördert. Darüber hinaus lässt das Umweltamt zahlreiche Grundstücke im Außenbereich zum Zwecke des Naturschutzes extensiv unterhalten.  
 
Auch im städtischen Grün, in Parks, an Straßen- und Wegrändern ist eine große Vielfalt von Nahrungspflanzen und Habitatstrukturen sowie deren räumliche Vernetzung für die Wildbienen wichtig. Auch ein Verzicht auf Pestizide hilft den Wildbienen. So ist Heidelbergs Stadtgärtnerei seit 2017 nach der EG-Öko-VO zertifiziert und setzt als erste städtische Gärtnerei in Deutschland keine Pestizide mehr ein.
 
Im eigenen Garten können verwilderte und naturnah gestaltete Bereiche mit einer entsprechender Vielfalt einheimischer Blütenpflanzen einen guten Beitrag zum Wildbienenschutz leisten. Auch die Anlage von Sandarien und das Aufstellen von Wildbienenhäusern sind wichtige ergänzende Bausteine mit denen Wildbienen geholfen werden kann. 
 


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