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Strategie zur Innenentwicklung
Die Stadt Heidelberg wird weiterhin innerhalb der bestehenden Strukturen wachsen. Grundlage für das Wachstum bilden Innenentwicklungspotenziale und die Flächenpotenziale des Flächennutzungsplans (FNP). Im Fokus steht dabei der Bau von jährlich 600 neuen Wohnungen.
Um diese Entwicklung zu unterstützen, wird eine Strategie zur Innenentwicklung erstellt. Ziel ist eine mehrfache Innenentwicklung, bei der Grünflächen, Biodiverstität, Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Freizeit, soziale Infrastruktur und Begegnungsorte in den Quartieren zusammen gedacht werden. Dadurch sollen die Qualitäten in den Quartieren gesteigert werden, etwa durch die Aufwertung des Grünraums, neue Mobilitätsangebote und den Bau von Wohnungen für alle Bevölkerungsgruppen. In der Karte 1 sind dynamische Bereiche identifiziert, in denen eine besondere bauliche Veränderung und Weiterentwicklung möglich sind. Hierbei wird auf eine sensible Vorgehensweise bezüglich der Bebauungsdichte und -höhe geachtet.
Durch die Mehrfachnutzung und Multicodierung von Flächen oder Infrastrukturen sowie kompaktere Bauweisen können Flächen effizienter genutzt werden. Raum für neue Entwicklungen wird hauptsächlich in perspektivisch unter- oder ungenutzten Räumen (sogenannte obsolete Nutzungen) geschaffen, z. B. auf brachfallenden Tankstellen und Parkplätzen, wo neue Wohnungen und Gewerbeeinheiten entstehen können. Friedhöfe könnten für ruhige Naherholung geöffnet werden. Supermärkte können in die Stadt integriert werden, indem sie weitere Nutzungen in den Obergeschossen aufnehmen. Zur Innenentwicklung sollen räumliche Schwerpunkte festgelegt werden
Einführung einer jährlichen Flächenbilanz
In Zukunft wird Heidelberg eine jährliche Flächenbilanzierung einführen, bei der die Bilanz in einem Monitoring erfasst wird. Einzelne Vorhaben oder Projekte werden hierbei nicht bewertet; die Bilanz erfolgt auf gesamtstädtischer Ebene.
Zu klären ist, inwieweit die Flächenqualität wie Versickerungsfähigkeit, Bodenfunktionen und Dachbegrünungen anteilig einberechnet werden können. Eine Grundlage der Bilanzierung sind die Flächenwerte des Abwasserzweckverbandes, welche jährlich aktualisiert werden. Verkehrsflächen der Stadt werden ebenfalls einberechnet.
Um die Flächenbilanz zu erfüllen, wird der Fokus auf Bebauung und Verdichtung auf bereits versiegelten Flächen gelegt. Es wird flächensparend gebaut und aktiv entsiegelt.
Erweiterung und Aufwertung der Grünflächen
Heidelberg macht sein Stadtgrün fit für den Klimawandel. Der Bestand an Grünflächen wird geschützt und für die Zukunft angepasst. Grünflächen mit geringer Wirkung für die Klimaanpassung werden qualifiziert und neu entwickelt. Bestehende Qualitäten (z. B. unversiegelte Bereiche oder „Zukunftsbäume“) werden erhalten und weiterentwickelt. Die Zahl der Bäume und der Grünflächen wird erhöht und neue Flächen (auch Dächer und Fassaden) für Begrünung und Erhöhung der Biodiversität aktiviert – insbesondere in hitzebelasteten Bereichen der Stadt wie beispielsweise in der Innenstadt und in Gewerbegebieten.
Es ist von besonderer Bedeutung, mehr Grün dort zu schaffen, wo es den höchsten Nutzen für die Klimaanpassung und die Förderung der Biodiversität bietet und gleichzeitig optimal funktioniert. Fassadenbegrünungen sollten vorzugsweise an west- und insbesondere südlich exponierten Gebäudeflächen und -teilen umgesetzt werden. Bei Dachbegrünungen ist eine Abwägung zwischen der Installation von Photovoltaikanlagen und der Begrünung notwendig. Idealerweise können beide Maßnahmen kombiniert werden, um sowohl ökologische als auch energetische Vorteile zu maximieren.
Der Hitzeaktionsplan umfasst Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, wie Informationsvorsorge, konkrete Schutzmaßnahmen bis hin zur Freiflächengestaltung . Perspektivisch wird durch die Stadtverwaltung ein Klimaanpassungskonzept erstellt, in dem gesamtstädtische Handlungsschwerpunkte zur Anpassung an den Klimawandel festgelegt werden. Dabei werden die Konzepte zum Hochwasserrisikomanagement, Starkregenrisikomanagement und Stadtklima integriert.
Das OASIS-Programm der Stadt Heidelberg hat sich aus dem Hitzeaktionsplan und der ämterübergreifenden Arbeitsgruppe Klimaanpassung und Potenzialflächen heraus entwickelt. Ziele des kontinuierlichen Programms sind, Straßen zu begrünen, Plätze zu entsiegeln sowie das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Konkret geht es dabei um Baumpflanzungen, die Anlage von Grünflächen oder Blühwiesen, Wasser im öffentlichen Raum, Verschattung, nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung und neues Stadtmobiliar. Mehr Grün schafft Kühlung durch zusätzliche Verdunstung und Schatten. Entsiegelung schafft Flächen für Versickerung im Sinne einer trockenheitsangepassten Regenwasserbewirtschaftung.
Kurzfristige und mittelfristige Maßnahmen beinhaltet beispielweise die Kühle Karte. Sie zeigt öffentliche Orte, die eine Abkühlung bieten können, wie Kirchen oder Sitzbänke in Baumnähe. Außerdem werden Orte angezeigt, an denen kostenloses Trinkwasser angeboten wird. Dazu zählen Trinkbrunnen sowie Refill-Stationen.
Durch die Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg gibt es einen regionalen Arbeitskreis, der sich mit dem Thema Hitzeschutz befasst. Das dadurch entstandene Hitzeportal des Rhein-Neckar-Kreises bringt umfangreiche Informationen und Handlungsempfehlungen zum Thema Hitze zusammen.
Umsetzungsprogramm für Wirtschaftsflächen
Die Stadt Heidelberg stellt ein Umsetzungsprogramm für Wirtschaftsflächen analog zum Baulandprogramm Wohnen auf, in dem vielfältige Flächen für die wirtschaftliche Entwicklung Heidelbergs ausgewiesen werden. Dadurch sollen Flächen für Arbeitsstätten gesichert und weiterentwickelt werden. Heidelberg will das hier erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigern.
Eine konkrete Flächenkulisse und deren schrittweise Umsetzung werden beschlossen. Um den benötigten Umfang zu bestimmen, wird die Nachfrage an Bauland durch die Wirtschaft ermittelt. Für die Entwicklung sollen jederzeit fünf Hektar Fläche in der gesamten Stadt in unterschiedlichen Lagen bereitstehen. Die Flächen werden nach Zeitstufen klassifiziert, um sofort, kurzfristig, mittelfristig und langfristig vermarktbare Gebiete anbieten zu können. Eine schnelle Informationsbasis soll Interessenten zur Verfügung stehen.
Wichtige Gewerbebereiche wie beispielsweise Wissenschaft und Forschung, Life Science oder Biotechnologie werden für die gesamte Stadt besonders unterstützt.
Neben neuen Flächen soll auch der Bestand weiterentwickelt und Flächen in bestehenden Gebieten genutzt und zur Verfügung gestellt werden. Dabei werden vor Ort Betriebe in ihrer Entwicklung gefördert und Gewerbegebiete fit für den Klimawandel gemacht.




