„Entschiedener Kämpfer für Rechte von Sinti und Roma“: Bürgermedaille an Romani Rose verliehen

Stadt Heidelberg ehrte Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma

Die Stadt Heidelberg hat Romani Rose für sein herausragendes Engagement für die Stadtgesellschaft und die Rechte von Sinti und Roma mit der Bürgermedaille geehrt. Oberbürgermeister Eckart Würzner verlieh die Auszeichnung am Donnerstagabend, 4. Dezember 2025, im Großen Rathaussaal. Romani Rose ist seit 1982 Vorsitzender des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma. Ab dem Jahr 1991 übernahm er zudem die Geschäftsführung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in der Heidelberger Altstadt.

Zu sehen sind Herr Rose und OB Würzner. Sie präsentieren eine Urkunde und eine Medaille in einer Schatulle. Sie stehen vor der hölzernen Wand des Großen Rathaussaales.
Oberbürgermeister Eckart Würzner (links) verlieh am Donnerstag, 4. Dezember 2025, im Großen Rathaussaal die Bürgermedaille der Stadt Heidelberg an Romani Rose für sein herausragendes Engagement für die Stadtgesellschaft und die Rechte von Sinti und Roma. (Foto: Nicolaus Niebylski)

OB Würzner: „Eine der wichtigsten Stimmen für die Rechte von Sinti und Roma“

„Romani Rose ist durch sein jahrzehntelanges Engagement zur Symbolfigur der Bürgerrechtsbewegung Deutscher Sinti und Roma geworden und widmet sein Leben dem Vorgehen gegen jegliche Form der antiziganistischen Ausgrenzung. Er ist eine der wichtigsten Stimmen für die Rechte von Sinti und Roma. Sein Wirken ist ein bedeutender Beitrag zur Erinnerungskultur und zur internationalen Menschenrechtsarbeit“, betonte Oberbürgermeister Eckart Würzner: „Romani Rose baut Brücken zwischen Kulturen, Religionen, Menschen. Er zeigt uns, wie viel eine einzelne Person bewirken kann, wenn sie sich mit Herz und Beharrlichkeit einsetzt. Es ist eine große Ehre, einen so entschiedenen Kämpfer für die Rechte von Sinti und Roma hier in Heidelberg zu haben.“

„Die Bürgermedaille der Stadt Heidelberg ist eine hohe Anerkennung. Als gebürtiger Heidelberger bin ich sehr stolz auf diese Auszeichnung. Ich fühle mich geehrt, weil meine Stadt eine Weltoffenheit repräsentiert, die Schönheit und menschliches Miteinander verbindet. Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma haben von Anfang an große Unterstützung vonseiten der Stadt erhalten. So hat die Heidelberger Universität die erste Forschungsstelle gegen Antiziganismus eingerichtet“, sagte Romani Rose.

Romani Rose hat einen ganz wesentlichen Anteil daran, dass die Bundesregierung vor über 40 Jahren den Völkermord an Sinti und Roma während der nationalsozialistischen Herrschaft anerkannte: Am 17. März 1982 empfing der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt eine Delegation des kurz zuvor gegründeten Zentralrats Deutscher Sinti und Roma um Romani Rose im Bundeskanzleramt in Bonn und erkannte den Holocaust an 500.000 Sinti und Roma erstmals für die Bundesrepublik völkerrechtlich verbindlich an – ein wichtiger Wendepunkt im Umgang Deutschlands mit den Angehörigen der Minderheit.

„Romani Rose hat seit mehr als fünf Jahrzehnten wie kein anderer gegen die nach 1945 fortgesetzte Diskriminierung von Sinti und Roma protestiert, die an ihnen begangenen NS-Verbrechen im öffentlichen Bewusstsein verankert sowie für Anerkennung und Entschädigung gestritten“, sagte Dr. Karola Fings vom Historischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in ihrer Laudatio: „Mit seinem Kampf für die Bürgerrechte der Minderheit hat er sich immer auch für die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland engagiert und so der Gesellschaft einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Durch sein Wirken hat er nicht nur in Heidelberg, sondern weltweit viele Menschen inspiriert und dazu ermutigt, für Menschenrechte einzustehen.“ Fings leitet in der Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg das Projekt „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an Sinti und Roma in Europa“.

Internationale Ausstellung über den Völkermord an Sinti und Roma

Das von Romani Rose initiierte und geleitete Dokumentations- und Kulturzentrum in der Bremeneckgasse in Heidelberg ist eine Besonderheit in Europa. Seit der Eröffnung 1997 beherbergt es die erste Dauerausstellung zum Holocaust an den Sinti und Roma. Auf Roses Initiative wird seit 1998 die Ausstellung auch in einer mobilen Version in vielen Städten Deutschlands erfolgreich gezeigt. Zu den wichtigen Ergebnissen der Arbeit des Dokumentationszentrums gehört auch die – unter persönlicher Federführung von Rose entstandene – internationale Ausstellung zum Völkermord an den Sinti und Roma in Europa, die seit der Eröffnung im Jahr 2001 in Block 13 des Staatlichen Museums Auschwitz als ständige Ausstellung zu sehen ist. Dieses Projekt steht beispielhaft dafür, dass es den unermüdlichen Bemühungen von Rose zu verdanken ist, dass heute in fast allen Gedenkstätten auch an den NS-Völkermord an den Sinti und Roma erinnert wird

Ein maßgeblicher Antrieb für Romani Roses Engagement ist seine persönliche Betroffenheit: 13 unmittelbare Verwandte wurden während des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern ermordet, darunter die Großeltern in Auschwitz und Ravensbrück. Sein Vater Oskar Rose überlebte auf der Flucht und in der Illegalität, sein Onkel Vinzenz Rose überlebte unter anderem das Vernichtungslager Auschwitz. Vinzenz Rose gründete 1972 die erste Selbstorganisation deutscher Sinti, das Zentral-Komitee der Sinti West-Deutschlands, in dem der damals noch nicht 30-jährige Romani Rose bereits mitarbeitete.

Hintergrund: Bürgermedaille der Stadt Heidelberg

Die Stadt Heidelberg verleiht die Bürgermedaille seit 1969 „für besondere Verdienste um die Stadt“. Die Verleihung erfolgt in Form einer gravierten Medaille mit Namen der geehrten Person und einer Urkunde. Die Bürgermedaille wird höchstens an zehn lebende Personen gleichzeitig verliehen – aktuell gibt es neben Romani Rose drei weitere lebende Geehrte (Kurt Brenner, Jakob Köllhofer, Albertus Bujard). Romani Rose ist die 24. Person, die mit der Bürgermedaille der Stadt ausgezeichnet wurde.

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