„Sechs Jahre und ein paar Tage …“
Gedenken an die rechtsterroristischen Attentate von Halle und Hanau in Heidelberg
Mit der Veranstaltungsreihe „Sechs Jahre und ein paar Tage …“ setzen Heidelberger Institutionen und Initiativen auch 2026 ein gemeinsames Zeichen des Erinnerns an die rechtsterroristischen Anschläge von Hanau und Halle. Zugleich macht das Bündnis deutlich, dass Erinnerung untrennbar mit dem Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und rechtsextreme Gewalt verbunden ist. Im Mittelpunkt des diesjährigen Gedenkens steht das Theaterstück „And now Hanau“, das – wenige Tage vor dem Gedenktag am 19. Februar – Erinnerung mit der Forderung nach Aufklärung und Konsequenzen verbindet. Weitere Veranstaltungen und Bildungsangebote rund um den Gedenktag ergänzen das Programm.
„Das Gedenken an Hanau und Halle ist ein wichtiger Teil auch unserer Erinnerungskultur in Heidelberg. Unter anderem ist der Runde Tisch gegen Rassismus als Reaktion auf die Anschläge ins Leben gerufen worden. Er leistet seit über einem Jahr wertvolle Arbeit, indem er einen verbindlichen Rahmen für gemeinsames Handeln in unserer Stadt bietet“, sagt Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.
Zentrales Gedenken 2026: Theatergastspiel „And now Hanau“
Freitag, 13. Februar 2026, 19 Uhr, Großer Sitzungssaal des Amtsgerichts Heidelberg
Als offizielles Gastspiel des Theaters und Orchesters Heidelberg wird das Theaterstück „And now Hanau“ von Tuğsal Moğul gezeigt. Das Stück erinnert an den rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem ein rechtsextremer Täter neun Menschen mit Einwanderungsgeschichte ermordete. Der Theaterautor, Regisseur, Schauspieler und Arzt Tuğsal Moğul setzt sich in seinen Arbeiten intensiv mit den Auswirkungen rassistisch motivierter Gewalt auseinander. In „And now Hanau“ lässt er die Opfer zu Wort kommen und stellt zentrale Fragen nach dem institutionellen und politischen Versagen: Warum wurde der als rechtsextrem bekannte Täter nicht besser überwacht? Warum war der Notruf 110 in der Tatnacht nicht erreichbar? Warum war ein Notausgang verschlossen? Und welche Konsequenzen wurden – oder wurden nicht – gezogen? In enger Zusammenarbeit mit der Initiative 19. Februar Hanau rückt das Stück die Themen Aufklärung, Gerechtigkeit für die Betroffenen und ihre Angehörigen sowie ein Erinnern, das politische Verantwortung einfordert, in den Mittelpunkt.
Tuğsal Moğul wählt seine Aufführungen bewusst an öffentlichen Orten in der Mitte der Stadtgesellschaft. In Heidelberg findet „And now Hanau“ daher im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Heidelberg, Kurfürsten-Anlage 19, statt. Der Eintritt erfolgt über ein solidarisches Preissystem (zwischen 3 und 9 Euro). Studierende erhalten freien Eintritt. Eine vorherige Ticketbuchung ist erforderlich. Tickets unter www.theaterheidelberg.de.
Weitere Aktionen rund um den Gedenktag
Neben dem Theatergastspiel sind im Zeitraum rund um den 19. Februar weitere Bildungs-, Gedenk- und Austauschformate geplant. Das zivilgesellschaftliche Bündnis Erinnern.Verändern organisiert unter anderem postkoloniale Stadtrundgänge, Führungen zu muslimischem Leben in Heidelberg oder im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma sowie ein Filmscreening und Vernetzungstreffen für Betroffene von Rassismus. Alle Veranstaltungen des Bündnisses Erinnern.Verändern sind kostenlos. Weitere Informationen erhalten Interessierte per Mail an info@mosaik-deutschland.de.
Die Kooperationspartner
Für „Sechs Jahre und ein paar Tage …“ kooperieren folgende Institutionen und Initiativen: Theater und Orchesters Heidelberg / zwinger X, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Muslimische Akademie Heidelberg, Mosaik Deutschland e. V., Erinnern.Verändern, Migration Hub Heidelberg, Kein Schritt nach Rechts Heidelberg, Freunde Arabischer Kunst und Kultur e. V, Kulturzentrum Karlstorbahnhof, Migrationsbeirat der Stadt Heidelberg, Interkulturelles Zentrum, Amt für Chancengleichheit im Rahmen des Runden Tisches gegen Rassismus der Stadt Heidelberg.
Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Hinweise zur barrierefreien Zugänglichkeit der Veranstaltungsorte finden Interessierte unter www.heidelberg.huerdenlos.de.
