Drei Fragen an Olga Mordvinova, Vorsitzende des Landesverbands Baden im Verband deutscher Unternehmerinnen
Olga Mordvinova und Nina Hartmann bilden gemeinsam die neue Doppelspitze des Landesverbandes Baden im Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU). Olga Mordvinova (42) ist Gründerin und Geschäftsführerin von incontext.technology (INCTEC) in Heidelberg und Expertin für das Thema Künstliche Intelligenz. Der VdU vertritt seit 1954 als Wirtschaftsverband branchenübergreifend die Interessen von Unternehmerinnen. Olga Mordvinova hat uns drei Fragen zu ihrem neuen Ehrenamt beantwortet.
Was bedeutet Ihnen die Position an der Spitze des VdU?
Olga Mordvinova: Der VdU setzt sich seit der Gründung für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Wirtschaft ein, für mehr Unternehmerinnen in der Firmennachfolge, Gründerinnen und Frauen in Führungspositionen. Ich vertrete ebenfalls diese Werte und freue mich über die Möglichkeit, mich in dieser Position an der Spitze des Verbandes im Baden dafür einzusetzen.
Welche Ziele möchten Sie in dieser Position erreichen und mit welchen Maßnahmen?
Mordvinova: Das obergeordnete Ziel ist die Stärkung und Förderung von Frauen in der Wirtschaft. Um diesen Zielen gerecht zu werden, wollen wir unser Netzwerk in Baden noch weiter ausbauen und stärken. Unser Wirtschaftsverband ist getragen von den persönlichen Kontakten zwischen Mitgliedern und fördert nicht nur wirtschaftliche Beziehungen zwischen den Unternehmen, sondern auch einen intensiven und generationsübergreifenden Austausch unter Frauen mit ähnlichen unternehmerischen Herausforderungen in verschiedenen Branchen.
Das A & O dafür sind interessante Veranstaltungen und Angebote, bei denen Mitglieder und Interessenten die Gelegenheit bekommen, sich weiterzubilden, sich persönlich zu begegnen, sich miteinander auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Auch die Kooperation mit der Wirtschaft, Bildung, Politik und anderen Verbänden gehört zu solchen Maßnahmen genauso wie die Erhöhung der Sichtbarkeit des Verbandes.
Ein weiteres Ziel für mich persönlich ist die Förderung von Frauen in MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Trotz vieler lobenswerter Bemühungen bleibt der Anteil an Frauen im MINT-Bereich immer noch ernüchternd. Der Satz „Wer Fachkräfte sucht, kann auf Frauen nicht verzichten“ ist heute so aktuell wie nie. Dafür arbeiten wir an der Entwicklung von Initiativen, um die Sichtbarkeit und Unterstützung von Frauen in MINT zu erhöhen. Erfolgreiche Beispiele dafür sind unsere Veranstaltung "MINT im Fokus“, die jährlich renommierte Expertinnen aus der Wirtschaft, Forschung, Politik und Nachwuchstalente zusammenbringt, oder unser MINT-Mentoring.
Was braucht es Ihrer Meinung nach, damit es mehr weibliches Unternehmertum und mehr Frauen in Führungspositionen gibt?
Mordvinova: Zum einen ist die Sichtbarkeit von weiblichen Vorbildern wichtig, um zu zeigen, dass es möglich ist, ein Unternehmen zu gründen und mit Erfolg zu führen. Ein weiterer Punkt ist eine verfügbare und verlässliche Betreuungsinfrastruktur in Erziehung und Pflege, ob für Kinder oder ältere Menschen. Entlastung bei solchen Aufgaben schafft ganzen Familien Freiräume zur Entfaltung.

