Die Stadt steht zu ihren Klimazielen und wird kontinuierlich Anstrengungen und vor allem große Investitionen tätigen. Insbesondere in die Energie- und Wärmewende, in den Gebäudebestand sowie in die Mobilitätsinfrastruktur.
Heidelberg will die Energieversorgung CO2 neutral umstellen und bis 2040 gemeinsam mit seinen Nachbarn eine regional bilanzielle Energieautarkie erreichen. Das heißt, die regionale Strom- und Wärmeproduktion entspricht in der Bilanz der in der Region verbrauchten Energie. Um das gesamtstädtische Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, müssen nennenswert neue Kapazitäten bei Windkraft, der Photovoltaik und der Wärmeerzeugung erschlossen und ans Netz gebracht werden. Daneben muss Energie unter anderem durch energetische Sanierung eingespart und effizienter genutzt werden. Die Stadt setzt auf ein Verteilnetz im langfristig gesicherten öffentlichen Eigentum. Die Planungen und Baumaßnahmen müssen vollständig und langfristig geplant, beschlossen, finanziert und dann verlässlich Schritt für Schritt umgesetzt werden. Gemeinschaftliche Finanzierungsmöglichkeiten, wie z. B. der Stadtwerkefonds oder Bürgerenergiegenossenschaften werden verstärkt genutzt.
Auch die Mobilitätswende wird bis 2035 entschieden vorangebracht. Auf Basis des Verkehrsentwicklungsplan/Klimamobilitätsplan (VEP / KMP) soll im nächsten Jahrzehnt die Mobilitätsinfrastruktur umgebaut werden. Die Stadt investiert weiter in den Ausbau des ÖPNV und gestaltet diesen bezahlbar, sicher und barrierefrei. Die Investitionen in den ÖPNV leistet Heidelberg im Rahmen seiner Beteiligung an der HSB – Heidelberger Straßen und Bergbahn GmbH (Eigentümerin Infrastruktur) und an der rnv – Rhein-NeckarVerkehrsgesellschaft GmbH (Betriebsgesellschaft). Zudem investiert Heidelberg gemeinsam mit seinen Nachbarkommunen in den Ausbau von Radschnellverbindungen und die Schließung von Lücken im vorhandenen Radwegenetz. Große Synergien gibt es bei der Gestaltung der öffentlichen Räume, der Klimaanpassung und der Gesundheit in Heidelberg: Mehr Fuß- und Radverkehr und weniger Emissionen durch Verkehr machen die Stadt lebenswerter, grüner, gesünder und attraktiver.
Heidelberg gibt den Menschen Sicherheit und Stabilität in den Zeiten der Veränderung. Langfristige und solide finanzierte Vorhaben werden Schritt für Schritt umgesetzt. Es wird deutlich gemacht, dass die ganze Bürgerschaft davon profitiert. Die Schritte der Veränderung werden berichtet und transparent für alle dargestellt. Erfolge werden gefeiert, Misserfolge behandelt und aus ihnen gelernt. Die Stadt gestaltet den Wandel gerecht, bezahlbar und mit Mehrwerten für die Stadtgesellschaft. Unter anderem setzt sich Heidelberg im Rahmen seiner Möglichkeiten für bezahlbare Mieten und Wärme, energieeffiziente und klimaangepasste, lebendige und gesunde Wohnquartiere und bezahlbaren ÖPNV ein. Erforderliche Investitionen in die soziale Infrastruktur werden aufgrund der Investitionen in die technische Infrastruktur nicht aufgeschoben.
Gute Kommunikation von Vorhaben, vernünftige, nachvollziehbare Ziele und klare Prioritätensetzungen können Ängste nehmen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll priorisiert und Zukunftskompetenzen gestärkt werden. Die geplanten Veränderungen werden nicht nur vermittelt, sondern die Heidelbergerinnen und Heidelberger werden zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern der Veränderung. Auch die mitgestaltende Bürgerbeteiligung wird dafür gestärkt.
Noch fehlen in Heidelberg Fachkräfte, um die Veränderungen im erforderlichen Maß umzusetzen, weshalb das Handwerk gestärkt wird. Auch das vorhandene Knowhow der Wissenschaft wird genutzt, z. B. durch Ausgründungen, mehr Anwendungsbezug oder experimentelle Ansätze.
Mit Blick auf begrenzte Ressourcen wird Heidelberg suffizienter und effizienter: Weniger muss genug sein, das Vorhandene erneuert und die Infrastruktur in Stand gehalten werden. Ressourcen werden gerecht verteilt, sollen effizienter genutzt und länger im Kreislauf gehalten werden. Die Stadt setzt auf kürzere Lieferketten, lokale Produktion, nachhaltigen Konsum und Konsumalternativen und stärkt die Kreislaufwirtschaft im Bauen. Im Bausektor wird zukünftig auch die Graue Energie (Erzeugung, Transport und Verarbeitung) und die Recyclingfähigkeit von Baustoffen berücksichtigt und in Bilanzen einbezogen.