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Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie
Natur- und Landschaftsschutz
Palais Prinz-Carl, Kornmarkt 1
69117 Heidelberg
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Biologische Vielfalt

Erhalt der biologischen Vielfalt in der Kulturlandschaft

Mit dem Artenschutzplan und den Artenschutzprogrammen sowie der neuen Biodiversitätsstrategie Heidelberg soll die Vielfalt der Arten und Biotope - insbesondere in ausgewählten Bereichen - durch gezielte Maßnahmen erhalten und gefördert und ihre Entwicklung wissenschaftlich begleitet werden. Das Ziel ist die Umsetzung des internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Rio 1992) auf kommunaler Ebene. Um konkrete Hinweise zu möglichen Maßnahmen zu bekommen, wurden wissenschaftliche Arbeiten und Kartierungen ausgewertet und einzelne Populationen und Biotopkomplexe hinsichtlich ihrer Struktur und ihrer ökologischen Ansprüche eingehend untersucht.

Kommunen für biologische Vielfalt: Gemeinsam für mehr Biodiversität

Mehr als 300 Städte, Gemeinden und Landkreise haben sich seit seiner Gründung im Jahr 2012 dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ angeschlossen. Als wichtigstes Ziel vereinbarten sie den Schutz und den nachhaltigen Erhalt der biologischen Vielfalt vorallen in städtischen Räumen. Das Bündnis strebt einen intensiven Informationsaustausch an. Neben der fachlichen Unterstützung und Beratung ist der verstärkte Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis vorgesehen. Hierzu sollen Vorzeigebeispiele zum Erhalt der Biodiversität gesammelt und den Kommunen bereitgestellt werden. Zudem will das Bündnis die Interessen der Kommunen gegenüber Bund, Ländern und der Europäischen Union vertreten sowie gemeinsam Projekte und Aktionen anstoßen.

Insektenfreundliche Beleuchtung

Unsere Nächte werden immer heller. Grund dafür ist die künstliche Beleuchtung, die in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen hat – mit spürbaren Folgen für viele Insektenarten.

Zahlreiche Insekten orientieren sich am natürlichen Licht des Nachthimmels. Künstliche Lichtquellen, insbesondere helles und kaltweißes Licht mit hohem Blauanteil, stören diese Orientierung erheblich. Die Tiere werden angezogen und umkreisen die Lichtquellen oft über lange Zeit, bis sie ihre gesamte Energie aufgebraucht haben. Viele sterben an Erschöpfung oder werden leichte Beute für Fressfeinde.

Die sogenannte „Lichtverschmutzung“ hat weitreichende Auswirkungen auf ganze Ökosysteme. Insekten spielen eine zentrale Rolle – als Bestäuber, als Nahrungsquelle und als wichtiger Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts. Gehen ihre Bestände zurück, hat das Folgen für Pflanzen, Vögel und zahlreiche weitere Tierarten. Auch die Fortpflanzung vieler nachtaktiver Insekten wird durch künstliches Licht beeinträchtigt.

Ein fliegendes Insekt sitzt auf einer Pflanze, im Hintergrund ein Sonnenuntergang


Insektenfreundliche Maßnahme

Insektenfreundliche Beleuchtung setzt genau hier an Ziel ist es, Licht gezielt und verantwortungsvoll einzusetzen. Wichtige Maßnahmen sind der bewusste Einsatz von warmweißem Licht mit geringem Blauanteil (unter 3000 Kelvin), eine reduzierte Lichtintensität sowie die Ausrichtung der Leuchten nach unten, um Streulicht zu vermeiden. Auch Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren helfen, unnötige Beleuchtung zu reduzieren.

Schon einfache Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf Insekten zu verringern – und damit einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten.
 
Weitere wichtige Informationen sowie praktische Hinweise finden Sie hier in unserem Flyer „Insektenfreundliche Beleuchtung“ (961 KB).

Weitere Infos

Wildes Heidelberg (Bilder und Videos von Winfried Münster)

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