Heidelberg entwickelt Klimaanpassung weiter
Bundesweite Aktionswoche vom 14. bis 20. September – Hitzeaktionsplan soll aktualisiert werden
Die Stadt Heidelberg aktualisiert derzeit ihr Klimaanpassungskonzept. Bestandteil ist auch der Hitzeaktionsplan, der nun weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst werden soll. Gleichzeitig fließen Aspekte der Klimaanpassung bereits heute in konkrete Planungen ein – etwa bei Gebäuden, Straßen, Plätzen und Grünflächen.
Anlässlich der Woche der Klimaanpassung vom 14. bis 20. September 2026 zeigt ein neues Videoporträt des „Zentrum KlimaAnpassung“, wie sich Heidelberg systematisch auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Fachleute aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung geben darin Einblicke in ihre Arbeit und zeigen konkrete Beispiele aus dem Stadtgebiet. Das Video ist auf der Homepage des Zentrums KlimaAnpassung abrufbar.
Ein Schwerpunkt liegt auf der klimagerechten Stadtplanung. Entscheidungen über Gebäude, Straßen, Plätze und Grünflächen wirken sich über viele Jahre auf das Stadtklima aus. Deshalb sollen Verschattung, Begrünung, Entsiegelung und Regenwassermanagement möglichst früh in Planungsprozesse einbezogen werden.
Klimadaten als Grundlage für die Planung
Eine wichtige Grundlage dafür bildet die hochaufgelöste Stadtklimaanalyse. Sie zeigt unter anderem, welche Bereiche Heidelbergs besonders von Hitze betroffen sind, welche Grün- und Freiflächen eine wichtige klimatische Funktion übernehmen und wie Kaltluft in die bebauten Bereiche der Stadt gelangt.
Mit dem Klima-Scanner können zudem mögliche Auswirkungen von Planungen auf das Mikroklima untersucht werden. So lässt sich beispielsweise vergleichen, welchen Einfluss zusätzliche Bäume, begrünte Fassaden, entsiegelte Flächen, Wasserflächen oder eine veränderte Gebäudestellung haben. Dadurch können verschiedene Varianten frühzeitig geprüft und Planungen gezielt klimaangepasst weiterentwickelt werden.
Im Videobeitrag erläutern Mitarbeitende der Stadtverwaltung weitere Handlungsfelder der Klimaanpassung. Dazu gehören Begrünung und Verschattung, Hitzeschutz, Starkregenvorsorge und Hochwasserschutz sowie die Anpassung des Stadtwaldes an Hitze und Trockenheit – etwa durch klimaresiliente Baumarten und Mischbestände.
Fortschreibung des Hitzeaktionsplans
Diese Themen führt die Stadt Heidelberg derzeit im Klimaanpassungskonzept zusammen. Bestandteil ist auch der Hitzeaktionsplan, der nun aktualisiert werden soll. Die Vorlage soll am 23. September im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität beraten und am 15. Oktober 2026 vom Gemeinderat beschlossen werden. In die Aktualisierung fließen auch Erfahrungen aus der starken Hitzeperiode im Juni 2026 und der anschließend eingerichteten Arbeitsgruppe zum Sofortprogramm Hitzeschutz ein.
Vorgesehen sind unter anderem weitere Maßnahmen für besonders sensible Einrichtungen. Dazu zählen die Auswertung von Temperaturmessungen in Kitas, die Bedarfsermittlung und das Monitoring beim Einsatz von Kühlgeräten sowie die Prüfung baulicher Hitzeschutzmaßnahmen in Schulen, Kitas sowie Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Hinzu kommt der weitere Ausbau des Trinkwasserbrunnen-Netzes mit drei zusätzlichen Brunnen noch 2026. Außerdem sollen am Neckarmünzplatz Tests mit Nebelduschen beziehungsweise Sprühverneblern durchgeführt werden.
Weitere Informationen zum Thema Klimaanpassung in Heidelberg gibt es online unter www.heidelberg.de/klimawandelanpassung.
Hintergrund: Zentrum KlimaAnpassung
Das Zentrum KlimaAnpassung (ZKA) unterstützt Kommunen und Träger sozialer Einrichtungen bundesweit bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Es berät unter anderem zu Konzepten, Fördermöglichkeiten und konkreten Maßnahmen und fördert den fachlichen Austausch und die Vernetzung. Das ZKA wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit aufgebaut und wird vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und adelphi umgesetzt.