E-Tretroller in Heidelberg: Auswahlverfahren für Anbieter abgeschlossen

Die Stadt Heidelberg hat das erste Auswahlverfahren für E-Tretroller-Unternehmen abgeschlossen. Seit 1. April 2026 gilt damit ein neuer Rahmen für den Betrieb gewerblicher E-Tretroller-Angebote in Heidelberg. Mit dem Verfahren schafft die Stadt Planungssicherheit und etabliert diese Mobilitätsform im städtischen Angebot. Gleichzeitig werden die vom Gemeinderat beschlossenen Leitlinien zu Fahrzeugen, Betrieb und Kommunikation umgesetzt.

Drei Anbieter, 1.200 Fahrzeuge, operativer Rahmen

Die neue Genehmigungsperiode läuft vom 1. April 2026 bis zum 31. März 2028. Künftig sind in Heidelberg drei Anbieter tätig: die Firmen TIER, das unter dem Markennamen „Dott“ auftritt, Bolt und Voi. Mit Voi tritt ein neuer Anbieter in Heidelberg auf.

Die Auswahl der Unternehmen ist das Ergebnis der Antragsbewertung im sogenannten straßenrechtlichen Auswahl- und Verteilungsverfahren der Stadt Heidelberg. Mit dem Verfahren setzt die Stadt einen weiteren Schritt ihres E-Tretroller-Konzeptes um.

Die Zahl der E-Tretroller im Stadtgebiet wird künftig jahresgleich 1.200 Fahrzeuge betragen. Damit können die drei Anbieter jeweils bis zu 400 Fahrzeuge gleichzeitig im öffentlichen Raum einsetzen.

Über die Genehmigungsperiode wird die Stadt Heidelberg das Verfahren selbst und die Erfahrungen aus dem operativen Betrieb sammeln und für künftige Verfahren bewerten.

Auflagen für Ordnung im öffentlichen Raum

Die Sondernutzungserlaubnisse sind mit Auflagen zu den Fahrzeugen, dem Betrieb und der Kommunikation verbunden. Dazu gehören u.a. die Einhaltung definierter Abstellregelungen und verpflichtende Reaktionen der Anbieter bei behindernd oder gefährdend abgestellten E-Tretrollern. Mit diesem Weg schafft die Stadt verbindliche Standards und trägt dazu bei, Konflikte im öffentlichen Raum, insbesondere auf Gehwegen, zu verringern.

Im Rahmen der Genehmigung sind die Anbieter künftig verpflichtet für die Nutzung des öffentlichen Straßenraums Sondernutzungsgebühren an die Stadt Heidelberg zu entrichten. Diese belaufen sich auf 72 Euro pro Fahrzeug und Jahr.

Weitere Abstellflächen im Jahr 2026 geplant

Ein essenzieller Baustein ist der Ausbau des Netzes an Abstellflächen im Stadtgebiet. Im Laufe der kommenden Monate sind bis zu 15 neue Flächen in den Stadtteilen Bergheim, Weststadt, Bahnstadt und Neuenheim vorgesehen. Diese Standorte wurden den jeweiligen Bezirksbeiräten vorgestellt und decken die im Sinne sicherer Gehwege und Plätze wichtigsten Stellen in der im Konzept definierten Kernzone ab.

Hintergrund

Mit der Neuaufstellung geht die Stadt Heidelberg im Einklang mit Entwicklungen weiterer Städte im Verkehrsverbund VRN und bundesweit einen weiteren Schritt, Sharing-Angebote weiterzuentwickeln. In diesem Kontext zeigt sich, dass Kommunen den Betrieb solcher Angebote verbindlicher steuern, um Mobilitätsangebote zu ermöglichen und zugleich Anforderungen an Sicherheit, Ordnung und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten.

×